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Die Sierra Morena im Norden Córdobas bilden die natürliche Grenze der Stadt, die vom Osten nach Westen zum Tal des Guadalquivirs geöffnet ist. Sie erreichen diese Ortschaft mit ihren bedeutenden, historischen, monumentalen und kulturellen Erbe von Sevilla und Madrid aus mit dem AVE (spanische Eisenbahn).
Die Stadt Cordoba bietet zahlreiche Monumente, unter denen folgende hervorzuheben sind: die Moschee (im spanischen Mezquita), der Alcázar der Christlichen Könige, die Synagoge, die Ruinen von Medina Azahara und das Judenviertel. 1994 wurde die Stadt zum Weltkulturerbe erklärt.
Claudius Marcellus gründete die Stadt in den Jahren 169-152 v. C. in einem Gebiet fruchtbaren Ackerlandes mit Weizenfeldern, das sich sanft von den Hängen der Sierra Morena zum Tal des Guadalquivir ausbreitet. Das ist die offizielle Version der Gründung Cordobas. Man weis aber schon seit langem dass dieses Gebiet seit undenklichen Zeiten bewohnt war und es wird angenommen, dass sich hier eine iberische Ansiedlung befand.
Nichtsdestoweniger, waren es die Römer unter welche der Ort seine erste bedeutende Epoche erlangte. Er wurde zur Hauptstadt der Bética und später eine Patrizierkolonie.
In Cordoba erblickten Séneca und Lucano das Licht der Welt und die kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit währte bis weit in das 3. Jh. n. C.
Das römische Cordoba war eine mit Mauern umgebene, in einem Rechteck angelegte Stadt. Von jenen Stadtmauern, die von den nachfolgenden Kulturen abgetragen und verbaut wurden, ist heute kaum etwas erhalten geblieben.
In der Stadt existierten zwei Foren und zwei Hauptstraßen die in einem der Foren zusammenliefen. Zufällig ist diese Stelle das heutige moderne Zentrum Córdobas.
Das 4. Jh. stellte den Beginn des Ausklanges der römischen Geschichte in Córdoba dar. Leovigildo eroberte sie im Jahr 572, wodurch die turbulente westgotische Epoche begann, die mit dem Einfall der Muslime im Jahr 711 zu einem Ende kam.
Im Jahr 716 beschloss der Gouverneur Al-Horr Córdoba in die Hauptstadt des Landes Al Andalus zu verwandeln, das im Prinzip zu einer weiteren Provinz des Kalifats von Damaskus wurde. Darum, als Abd ar-Rahman, der Eingewanderte, im Jahre 756 die Unabhängigkeit des abendländischen Islams ausrief, wurde Córdoba zur Hauptstadt des neuen Emirats. Von diesem Moment an erlebte die Stadt eine Blütezeit die im Jahr 929 ihren Höhepunkt erreichte, als Abd ar-Rahman III sich zum ersten Kalifen des Abendlandes ausrufen ließ.
Für Cordopa begann eine Zeit des Friedens und des wirtschaftlichen Aufschwungs, wodurch die Stadt im Laufe der Zeit zu einer der wichtigsten des Abendlandes wurde. Man pflegte Kunst und Kultur und als Folge davon entwickelte sich ein ausgeprägter Sinn der Toleranz. Muslimen, Christen und Juden lebten friedlich zusammen.
Unter der Herrschaft des zweiten Kalifen, Alhaken II, ereichte die Stadt eine enorme Ausdehnung und es entstand eine wichtige Universität sowie Schulen, öffentliche Bäder, Marktplätze und ein blühender Handel. Durch Alhaken II erreichte Córdoba den Höhepunkt seiner Geschichte. Seine Wichtigkeit stand außer Frage und seine Autorität-selbst in den christlichen Königreichen des Norden Spaniens-übte einen großen Einfluss aus.
Medina Azahara, die Palaststadt und Residenz des Herrschers, glänzte zu jener Zeit als Zentrum der Größe des Kalifats. Aber kurze Zeit nach dem Ableben von Alhaken II begann eine Periode der Bürgerkriege die Córdoba zu Beginn des 11 Jh. in eine Ruine verwandelte. Zwischen 1031 und dem Einfall der Almoraviden im Jahr 1091, war sie die Hauptstadt eines kleinen Taifa-Reiches und im Jahr 1148 fiel es unter die Herrschaft eines anderen nordafrikanischen Stammes, der Almohaden.
Am 20. Juni 1236 wurde Córdoba von Ferdinand III von Kastilien zurückerobert und am drauffolgenden Tag die Hauptmoschee als Kathedrale eingeweiht. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Stadt in vierzehn Pfarren unterteilt, die sich dann im Laufe der Zeit in die Viertel verwandelte aus welchen die Stadt gegenwärtig besteht.
Nach der Etappe eines mäßigen Aufschwungs im 16. Jh. versank Córdoba in eine wirtschaftliche Depression mit einer Verminderung seiner Bevölkerung die drei Jahrhunderte lang anhielt. Eine gewisse Ausnahme dieser kulturellen Lethargie bildete die Architektur, denn im 17. und 18. Jh. wurde so symbolische Bauwerke errichtet wie der Plaza de la Corredera, die Santa Victoria Kirche oder das Hospital del Cardenal Salazar.
In der Hälfte des 19. Jh. begann ein zaghafter Aufschwung. Vor allem die Eisenbahn bedeutete den Ausgangspunkt zu einer Umorganisierung Córdobas, deren Ergebnis das heutige Stadtbild ist. Es wurden breite Avenidas gebaut und neue Verbindungsstraßen gezogen und das Geschäftszentrum verlagerte sich in den nördlichen Teil der Stadt, dem heutigen Paseo del Grán Capitán und Paseo de la Victoria.
Die Moschee in Cordoba ist das bedeutendste Monument der Stadt.
Als Folge der Konsolidierung von Abd ar-Rahman I betrachtet man es als Notwendigkeit in Córdoba eine Aljama Moschee (Hauptmoschee) zu erbauen.
So begannen auf einem Hügel, nicht weit entfernt vom Guadalquivir, im Jahre 785 die Bauarbeiten. Das neue Gebäude entstand auf dem gleichen Grundstück, das durch den Abriss des westgotischen, dem hl. Vinzenz geweihten, Kloster frei wurde und das von den Muslimen bereits als Moschee benutzt worden war. Als hervorzuhebende Tatsache soll erwähnt werden, dass von nicht wenigen Verständigen mit der Annahme spekuliert wird, dass diese Stelle bereits von früheren Kulturen als heiliger Ort zum Gebet benutzt wurde. In diesem Sinne deuten einige, im Orangenhof der Moschee existierende Meilensäulen mit Inschriften über Jano Augustus, auf den möglichen Standort eines römischen Tempels hin. Anderseits beruft sich der Historiker Nieto Cumplido auf einige muslimische Zitate, die Andeutungen auf einen jüdischen, vom König Salomon errichteten Tempel enthalten.
Die einzige in Spanien erhalten gebliebene Aljama Moschee, ist eine der Größten der Welt und wird als wichtigstes islamisches Monument des Abendlandes betrachtet.
Seine gesamte Oberfläche beträgt nahezu 22.400 m2 (175 m Nord- Südausdehnung und 128 m West-Ostausdehnung).
Das verwendete Material bestand zum Großteil aus fossilienhaltigen Kaliumkarbonatgestein, das in der Umgebung der Stadt reichlich vorkam.
Wie alle muslimischen Tempel wurde beim Bau der Aljama Moschee Córdobas auch mit der Hauptmauer begonnen, d.h. der KIBLA-Mauer die gegen Mekka ausgerichtet ist, der Pilgerstadt an der Küste des Roten Meers. Dort wurde im Jahre 569 der christlichen Zeitrechnung der Prophet Mahoma geboren
Nichtsdestoweniger, schon diese erste Feststellung bringt uns zu einem der großen Rätsel die dieses Gebäude umhüllt. Von Córdoba aus liegt die Stadt Kaaba auf 45° Süd-Ost, aber dessen ungeachtet, richtete man die erste KIBLA-Mauer 28° Süd-Ost aus, ohne dass man bis zum heutigen Tag eine einheitliche Erklärung für diesen Unterschied von 17° finden konnte.
Obwohl es sich um ein eher niedriges Bauwerk handelt - die Moschee überragt auch die niedrigsten Dächer der Altstadt nicht – so kann man ihr Vorhandensein überall in der Altstadt fühlen.
Die Fassaden sind gleichförmig errichtet, von starken Strebepfeiler unterbrochen und mit wundervollen, zugespitzten Zinnen orientalischer Herkunft dekoriert, die dem Ganzen das Aussehen einer Festung geben - einer Festung des Glaubens.
Von den zwölf Toren der Moschee ist das älteste das Sankt Stephanstor, das sich an der Westseite befindet. Das Haupttor, bez. „Puerta del Perdón“ (Gnadentor) mit rein almohadischem Einfluss, liegt auf der Nordseite.
Der islamischen Tradition gemäß setzt sich die Moschee aus drei Teilen zusammen: dem Minarett bez. dem Turm, dem Hof für die rituellen Waschungen und dem Betsaal.
Alcázar der christlichen Könige: In den Mauern des Alcázar de los Reyes Cristianos, einer Palastfestung, die sowohl den Kalifen als auch den christlichen Monarchen als Wohnresidenz diente, wurden so wichtige Entscheidungen wie Eroberungen des Königreichs Nazarí von Granada als auch die entscheidende Seefahrt von Kolumbus getroffen.
Dieses von wunderschönen Gärten umgebene historische Denkmal bewahrt unter anderem Schmuckstücke wie die Türme Torre del Homenaje, El León und die Torre de los Jardines, eine wertvolle Sammlung an römischen Mosaiken und die königlichen Bäder Banos Reales. Hinter dem Alcázar, gleich neben den Kalifenbädern Banos Califales und ganz in der Nähe der noch konservierten Mauerresten, gelangen Sie, wenn Sie der Straße nachgehen, in das beliebte San Basilio-Viertel, wo im Mai die wunderschönen Innenhöfe bewundern können.
Die römische Brücke: Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die römische Brücke (Puente Romana). Nach der Schlacht von Munda (45 v. Chr.) wurde sie von den Römern errichtet. Sie führt über den Guadalquivir und hat 18 Bögen. Von hier aus haben Sie eine sehr schöne Aussicht auf die Mezquita.
Die Judería: An der Stadtmauer gelegen, ist bis in unsere Tage nur ein Teil von jenem, im 14. Jh. existierendem Judenviertel erhalten geblieben, nachdem dessen Ausmaß bereits erheblich zusammengeschrumpft war. Es sind enge, versteckte und labyrinthische Gässchen, weiß getüncht und von schmiedeeisernen Gittern unterbrochen, die zu schattigen Patios mit roten Geranien und grünen Farnkräutern führen, wo die Stille mit dem Plätschern eines Brunnens zur Musik wird.
Medina Azahara: Acht Kilometer von Cordoba entfernt befinden sich die Überreste der wunderschönen ehemaligen Stadt Madinat al-Zahra, Prototyp der Kunst im Zeitalter des Kalifen, deren Bau im Jahre 936 durch Abd al-Rahman III aufgenommen wurde und den er mit dem Geld finanzierte, das ihm seine Lieblingsfrau al Zabra vererbte. Der Bau wurde erst nach 25 Jahren abgeschlossen.
Im Jahre 1923 zum Nationaldenkmal erklärt, hat sie, wie kein anderes Monument ihrer Art unter den politischen Zänkereien gelitten. Als seit ihre Fertigstellung nicht einmal ein ganzes Jahrhundert vergangen war, wurde sie durch die Berber geplündert und zerstört. Viele ihrer Überreste wurden später als Material für den Bau von Palästen, Klöster und Kirchen verwendet.
Der beste Beweis für den Glanz und Reichtum dieser von Gärten umgebenen Palaststadt ist ein im Jahr 1944 entdecktes Gebäude, das ehemals als Empfangs – und Audienzsaal für Abd al-Rahman III diente. Es handelt sich um ein Renommierstück des eingebildeten Syrer-Byzantiners, das von cordobesischen Baumeistern errichtet wurde.
Die Karwoche Semana Santa ist in Cordoba im Gegensatz zu anderen andalusischen
Städten still und andächtig. Die repräsentativste Prozession ist die des Christo
del Remedio de Animas, die am späten Abend des Montags der Karwoche von der
Kirche San Lorenzo losgeht.
Die Blumenschlacht ist der Auftakt zum Wettbewerb der Maikreuze, einem der
traditionellsten Feste in Cordoba. Am ersten Sonntag im Mai begehen die
Cordobeser die Wallfahrt der Virgen de Linares. Das Sanktuarium liegt in der
Sierra nur wenige Kilometer von der Stadt an einer Abzweigung der Straße nach
Badajoz.
Mitte Mai jedoch feiert man eines der größten Feste der Stadt. Das Fest der
Innenhöfe, Fenstergitter und Balkone verwandelt Cordoba in eine große, lebhafte
Bühne von Farbenfreude und angenehmen Aromen.
Die Feria von Cordoba wird zu Ehren von Nuestra Senora de la Salud in der
letzten Maiwoche auf dem Gelände von El Arenal nahe dem Stadion De los
Arcangeles gefeiert. Anlässlich der Feria finden auf der Plaza de los Califas
auch Stierkämpfe ersten Ranges statt.
Das internationale Festival Sephardischer Musik findet Mitte Juli statt, kurz
vor dem Festival de la Guitarra, das eines der wichtigsten Flamencotreffen des
Jahres in Andalusien ist. Zum Fest gehört der Zyklus der Flamenco - Nächte in
der historischen Altstadt mit einer Reihe von nächtlichen Konzerten bis Ende
November. In der Casa de las Campanas und auf der Plaza del Potro reffen sich
junge Talente und anerkannte Künstler.
Auf den 24. Oktober fällt der Feiertag von San Rafael, dem Schutzpatron der
Stadt Cordoba. Die Tradition schreibt einen Besuch in seiner Kirche vor, die
neben der von San Lorenzo steht, um an den religiösen Feierlichkeiten
teilzunehmen. Gegen Mittag machen sich tausende Cordobeser auf in die
Naturlandschaften der Sierra, vor allem in den Fortpark von Los Villares und
essen dort den „perol“ eine Art Paella die mit Wein von Montilla – Moriles
begossen wird.
Das Gebirgsland liefert den Köchen Cordobas bestes Fleisch und Wurstwaren. Die Küste versorgt Bars und Restaurants mit frischem Fisch und im fruchtbaren Tal des Guadalquivir wird das Gemüse angebaut.
Die Gastronomie Córdobas ist reich an Tradition. Man spürt das Gewicht an Traditionen, besonders in den Gerichten, die aus der arabischen und der jüdischen Küche stammen und mit innovativem Touch und einer Fusion von Aromen serviert werden.
Lokale Spezialitäten sind Salmorejo, Ragout vom Kampstierschwanz, Lamm in Honig oder Artischocken mit einem Schuss Montilla-Wein. Bei den Nachspeisen ist besonders das Erbe der Mozaraber zu erwähnen. Außerdem stehen kräftige Wildgerichte, Schinken und Wurstwaren vom Iberischen Schwein aus dem Tal von Los Pedroches auf dem Speiseplan.
In Córdoba gewinnt ein typischer, andalusischer Brauch an Prestige: die Tapas-Runde. In den Tavernen rund um die Plaza de la Corredera, in den Vierteln La Ajerquia oder in der Nähe der Plaza de la Tendillas kann man eine unendliche Zahl von kleinen Häppchen kosten, in denen sich perfekt die exquisite Mittelmeerküche zeigt.
Die Kunst, die Kultur und das Kunsthandwerk in Córdoba:
Das Museumsangebot der Stadt zeichnet sich besonders durch den Reichtum des
Untergrunds der Gebäude aus. Das archäologische Museum, das im Palast Palacio de
los Paez untergebracht ist, stellt Werke aus, die von der Vorgeschichte bis zum
Mittelmeer reichen, wobei so bedeutende Stücke hervorzuheben sind wie
beispielsweise ein jungsteinzeitliches Gefäß aus der Höhle Cueva de los
Murcielagos de Zuheros, außergewöhnliche römische Mosaike, ein urchristlicher
Sarkophag sowie aus der Medina Azahara stammende Objekte.
Das Hospital de la Caridad beherbergt sowohl das Museum der schönen Künste mit
Gemälden von Valdes Leal als auch eine Sammlung, die sich dem Leben und Werk
Julio Romero de Torres widmet und auch seinen Namen trägt.
Einen Besuch wert ist auch das Stierkampfmuseum.
Die Silberschmiedearbeiten sind das bedeutendste Kunsthandwerk in Cordoba und
die Haupteinnahmequelle der Stadt. Die Werkstätten der Silberschmiede finden
sich über der Stadt verteilt, viele davon in Privathäusern. Die Großhändler
Cordobas exportieren den handgearbeiteten Schmuck in alle Länder Europas.
Ebenso berühmt sind die Korduane aus getriebenem Leder, die an das traditionelle
Kunsthandwerk von Al Andalus erinnern. Außerdem arbeiten in Cordoba bedeutende
Gitarrenbauer von Flamenco – und Klassischen Gitarren.
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