Der Landkreis von Guadix befindet sich auf der nördlichen Seite der Provinz
von Granada. Der ganze Landkreis ist umringt von einer Bergkette die wie Mauern
das Gebiet umgrenzt. Sie werden spektakuläre Berghänge sehen, gezeichnet von den
Erosionen gegenüber den Tälern wo die Flüsse und Quellen fließen.
Das arabische Guadadh-Haix (Fluss des Lebens) befindet sich in einer von
Bergen umgebenen Ebene, wo wüstenhafte Landstriche, Steineichen und Ahornwälder,
ausgedehnte Weizenfelder und Mandelbäume einander abwechseln. Die Stadt
erstreckt sich zwischen Weidewegen und Obstgärten, wo Schafe und Pferde um die
alte Stadtmauer ziehen.
Die katholischen Könige übergaben Guadix nach der Eroberung dem Geschlecht
der Marquis von Villena, unter deren Gerichtsgewalt es bis zur Aufhebung der
Adelsgüter im19. Jahrhundert verblieb. Während des Aufstandes der Morisken
diente es diesen als Zuflucht und wurde deshalb Opfer von Repressalien.
Diese bedeutende Stadt der Provinz Granada hat über 20 000 Einwohner und
liegt in der so genannten Hoya de Guadix in 949 Meter Höhe an den Nordhängen der
Sierra Nevada.
Im Zentrum der Altstadt liegt die Kathedrale, bei der sich Gotik, Renaissance
und Barockstil mischen. Sie wurde1492 über einer arabischen Moschee in
dreihundertjähriger Bauzeit errichtet. Die Fassade in Wellenform ist eine der
gewagtesten Architekturkompositionen des spanischen Barock.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Plaza Mayor ein Renaissance-Palast aus
dem 16. Jh. sowie der Palacio de Penaflor. Hinter dem Palast liegt die Festung
der Stadt Guadix. Von hier aus haben Sie einen schönen Panoramablick.
Das populärste Viertel von Guadix ist das von Santa Ana, das seinen Morisken
Grundriss mit Gässchen, die sich zu anmutigen, maurischen Plätzen hin
schlängeln, bewahrt hat.
Der größte Höhlenkomplex Spaniens befindet sich in Guadix. Von ihren
Bewohnern vor langer Zeit aus dem Fels gehauen, bieten sie uns heute
Bequemlichkeit und Ruhe in ihrem Inneren.
Die Festlichkeiten des “Cascamorras“ werden jedes Jahr im August in den
Städten Guadix und Baza der Provinz Granada gefeiert und sind zu nationalem
touristischen Interesse erklärt worden.
Laut Überlieferung haben 1490 die Bauarbeiten an der Kirche De la Merced in
einer Vorstadt von Baza begonnen. Einer der Arbeiter mit Namen Juan Pedernal
hörte aus der Nische einer Wallfahrtskapelle einen sanften Ruf: “Ten piedad“
(Hab erbarmen).
Er hatte eine Holzfigur der Hl. Jungfrau entdeckt, die den Namen Nuestra
Senora de la Piedad erhielt und um deren Besitz zwischen den Arbeitern ein
Streit entbrannte. Die Obrigkeit schritt mit einem salomonischen Urteil ein: Die
Hl. Jungfrau sollte in Baza verbleiben, aber den Einwohnern von Guadix wurde das
Recht zugestanden, das Fest der Virgen de la Piedad zu feiern.
Man kam zu einer Übereinkunft: Wenn ein Bewohner von Guadix es schaffen
sollte, in Baza die Kirche de la Merced zu erreichen ohne befleckt zu werden,
dürfte er die Hl. Jungfrau nach Guadix zurückholen. Und so macht jedes Jahr die
emblematische Figur des „Cascamorras“ mit seinem Hofnarrenkostüm diesen Versuch.
Als Verteidigungswaffe führt er die „porra“ mit sich, eine an einem Holzstiel
angebundene Lederblase.
Das Gefolge macht sich durch die engen und steilen Strassen auf den Weg,
weicht ihm aus oder begleitet ihn. Zur Abkühlung bekommt der Festzug Wasser und
bunte Farben von den Zuschauern verabreicht oder er macht Rast an den
zahlreichen Brunnen und Wasserstellen zwischen den beiden Städten, um vom
frischen Quellwasser zu trinken.
Die Karwoche Semana Santa bekommt durch Strenge und Andacht der Prozessionen
eine besondere Bedeutung.
Die traditionelle Gastronomie von Guadix ist reich sowohl in ihrer
Vielfältigkeit wie in ihrer Qualität und Frucht der verschiedenen Kulturen, die
im Laufe der Geschichte hier ansiedelten. Auffallend ist die große Tradition des
Gebäcks, die in der maurischen Küche ihren Ursprung hat und in den
Nonnenklöstern wieder aufgenommen wurde.
Die Küche von Guadix basiert auf Produkten vom Schwein in Suppen oder
Eintöpfen. Hervorzuheben sind auch die hausgemachten Wurstwaren, luftgereiften
Schinken oder der Wein aus der Gegend. Typische Gerichte sind unter vielen
anderen die „migas“, die „andrajos“, und die „pestinos“.
- migas - Weißbrotwürfel mit Schinken knusprig in der Pfanne gebraten.
(fast in jeder Region wird migas etwas anders zubereitet)
- andrajos - ein Wildbretgericht mit quadratischen Teigtaschen.
- Pestinos - sind andalusische Krapfen.
Typisch ist auch der Eintopf von San Anton mit getrockneten, roten
Paprikaschoten und gekochten Schweinsfüßen mit Mandel-Schinkensause.
Die Keramikherstellung ist das am weitesten verbreitete Kunsthandwerk mit
einer tausendjährigen Tradition in der Region von Guadix und El Marquesado. In
Guadix entsteht dank seiner tonhaltigen Böden eine sehr spezielle Keramik mit
bodenständigen Formen wie Henkelkrug, Guadix-Krug oder dem kleinen Stier von
Guadix.
Andere kunsthandwerkliche, regionale Produkte sind das Espartogras, die
„pleita“, ein sehr biegsamer Streifen aus Espartogras-oder Agavenfäden Geflecht,
die für die Herstellung von Körben oder Hüten verwendet werden.
Das Klima ist Kontinental, weil die Gebirgsbarriere den Einfluss des Meeres
abhält. Die Sommer sind heiß und die Winter kalt. Die
Jahresdurchschnittstemperatur beträgt ca. 15° C.