Die Axarquia liegt eingebettet in der östlichen Hälfte der Provinz Malaga.
Ihre Grenzen sind geographisch definiert durch die Sierra Camarolos, Jobo,
Sierra de Alhama und Tejeda im Norden. Im Süden durch das Mittelmeer. Im Osten
durch die Sierra Almijara und im Westen durch die Montes de Malaga.
Ihre landschaftlichen Kontraste sind herrlich anzusehen. Beeindruckend ist
das Hochgebirge mit Gipfeln über 2.000 m Höhe (La Maroma: 2.065 m). Weiterhin
gibt es das Flachland mit terrassenförmigen tropischen Plantagen, die aufgrund
des warmen, milden Klimas möglich sind und schließlich der Übergang zu den
Stränden, die vom warmen Wasser des Mittelmeeres gebadet werden.
Die malerischen Dörfer haben in einer von Licht und Farben geprägte Umgebung
die Schönheit ihrer Straßen und Plätze, ihrer Denkmäler und ihre Volksfeste
bewahrt. Ihr einzigartiger landschaftlicher und klimatischer Reiz lädt förmlich
zu einem Besuch ein. Die Landschaften der Axarquía bieten eine Vielfalt, die
ihresgleichen sucht: Berge, Täler, Felsvorsprünge und Küsten.
In den Bergen ist die Axarquía ein Labyrinth aus Olivenbäumen, Mandelbäumen
und Weinreben; doch es sind vor allem die Dörfer und die Bauernhäuser, welche
die Landschaft mit Leben erfüllen. Aus den in engen Tälern gelegenen
Anbauflächen erhebt sich das Leben entlang der Hänge und sonnt sich in den
Trockenflächen.
Die Täler der Axarquía sind fruchtbare Ebenen mit Obst und
Gemüseanbauflächen. Entlang dem Río Vélez sehen Sie große Plantagen mit Zitronen
und Orangenbäumen die sich bis hin zu den Tälern erstrecken.
Die von Felsvorsprüngen geprägte Sierra erstreckt sich zum Meer hin und
passiert dabei eine Mischung aus Dörfern im Mudéjar-Stil und im mediterranen
Stil. Die Dörfer sind teilweise an den Hängen errichtet oder liegen versteckt,
in abseits gelegenen Tälern, mit dem Gebirge im Rücken und dem Mittelmeer am
fernen Horizont.
An der Küste ist die Axarquia geprägt von einer Landschaft aus Steilhängen
und kleinen Buchten, Steilwänden und Wachtürmen, Stränden und Anbauflächen,
Tradition und Tourismus.
Wir möchten Sie jetzt einladen die Axarquia Costa del Sol auf fünf
verschiedenen Reiserouten kennen zu lernen. Fünf Routen, auf denen Sie den
gesamten Reichtum dieses Landkreises und seinen 31 Gemeinden erleben können.
Auf ihrem Weg entlang der nur etwa 40 km langen Route finden Sie fünf
kleinere Ortschaften, in denen die Mudejar-Architektur bis heute erhalten
geblieben ist. Arenas, Árchez, Salares, Sedella und Canillas de Aceituno sind
Dörfer mit authentischem Mudejar-Charakter, in denen Sie sich förmlich in ein
anderes Zeitalter versetzt fühlen.
Die Eroberung der Axarquia durch die Christen fand im Jahre 1487 statt. Der
Begriff „mudéjar“, aus dem arabischen „mudayya“ abgeleitet, bezeichnet die
spanischen Muselmanen, die nach der Eroberung durch die Christen weiterhin in
dem neuen kastilischen Staat lebten. Ihre Rechtssystem, ihre Religion sowie ihre
Sprache behielten sie bei.
Als typische Merkmale der Mudejar-Architektur gelten die Verwendung von
Ziegeln, Glaskeramik und die Gipsarbeiten als Auskleidung und Dekoration im
Außenbereich. Die verwendeten Baumaterialien waren schlicht aber äußerst
nützlich, sie ermöglichten die schnelle und billige Errichtung von Gebäuden. Der
muselmanische Einfluss in der Mudejar-Kunst äußert sich jedoch nicht nur in der
Dekoration, sondern auch in den architektonischen Strukturen wie beispielsweise
den Glockenturm und den hölzernen, mit Streben verstärkten Kirchendächern.
Die attraktive Lage der Dörfer im Schoß des Naturparks der Sierra von Tejeda,
Almijara und Alhama gewährleistet während der gesamten Reise einen direkten
Kontakt zur Natur.
Diese kleine Gemeinde liegt inmitten der Berge der Axarquia, umgeben von
einer durch Olivenhaine, Mandelbäume und Weinreben beherrschte Landschaft. Auf
den Weg zum Dorf im Herzen der Sierra von Bentomiz bieten sich wunderschöne
Ausblicke nicht nur auf das Meer, sondern auch auf das Hinterland.
Arenas bildet das Tor zur Mudejar-Route. Die Geschichte des Dorfes ist
zumindest in seinen Ursprüngen eng mit der nahen Burg von Bentomiz verknüpft.
Ihr Ursprung reicht vermutlich bis in die Zeit der Iberer zurück und es wird
angenommen, dass sowohl die Phönizier als auch die Griechen die Burg besetzten
und hier Siedlungen anlegten.
Später wurde die Burg auch von den Römern besetzt, was sich ganz deutlich an
den Resten aus der Epoche stammenden Badeeinrichtugen erkennen lässt. Ihre
größte Bedeutung jedoch erlangte die Burg während der Besetzung durch die
Araber, die sie zu einem fundamentalen Bestandteil des Verteidigungssystems
dieser Gegend machte.
Nach der Eroberung durch die christlichen Truppen schlossen die Burgbewohner
einen Pakt mit Ferdinand dem Katholiken. In dem stand, dass sie ihre Moschee
behalten durften. Sie konnten außerdem ihre Religion und ihre Sitten pflegen und
waren auch weiterhin der Rechtssprechung durch ihren Kadis (muselmanische
Richter) unterworfen.
Die Sehenswürdigkeiten von Arenas:
Das Dorf an sich ist bereits eine Sehenswürdigkeit, mit seiner zur Entspannung
einladenden, typisch arabischen Architektur und einem Stadtbild das durch an
Hängen und damit auf unterschiedlicher Höhe liegende, zweistöckige Häuser
geprägt ist.
Die Pfarrkirche von Santa Catalina stellt das bedeutendste Bauwerk von Arenas
dar. Sie wurde im 16. Jh. im Mudejar-Stil auf den Grundmauern einer alten
Moschee errichtet. Die Kirche musste 1927 nach einem verheerenden Brand
restauriert werden, es wurden jedoch glücklicherweise nicht alle Bauelemente
beschädigt, so ist ein Teil des Turmes, der in der alten Moschee als Minarett
gedient hatte, erhalten geblieben.
Ganz in der Nähe des Ortskerns befinden sich auf dem gleichnamigen Berg die
Ruinen der Burg von Bentomiz, eine von Römern und später von Arabern besetzte
Burg, die bis 1487 eine entsprechende Rolle bei der Verteidigung dieser Gegend
bildete und im 16. Jh. aufständischen Mauren als Zuflucht diente. Von diesem
Bauwerk sind nur noch wenige Kammern (Verliese) und Teile der Mauern erhalten.
Von der Burg aus haben Sie einen einmaligen Blick auf die Axarquia.
Unbedingt besuchen sollten Sie auch den Unterbezirk von Daimalos, ein
bezaubernder kleiner Ortskern, in der nicht nur die Kirche Nuestra Senora de la
Concepción, sondern auch ein interessantes Minarett und die Fuente Perdida
(verlorener Brunnen), beides Bauwerke aus dem 12. Jh. zu besichtigen sind. Die
Fuente Perdida ist bei den Einheimischen auch als „Fuente Amor“ (Brunnen der
Liebe) bekannt, denn die Legende besagt, dass derjenige, der aus dem Brunnen
trank, seine große Liebe finden würde.
Gastronomie in Arenas:
Die heimische Gastronomie besticht vor allem durch das gespickte Kaninchen und
das gebratene Zicklein mit Mandeln. Im Winter könnte man noch die Migas
(geröstete Brotwürfel) hinzufügen, die in dieser Gegend mit Heringen und Oliven
serviert wird, sowie im Sommer die Gazpacho (kalte Gemüsesuppe).
Feste Und Traditionen:
Die Feiern zu Ehren der Schutzheiligen Santa Catalina finden am zweiten
Wochenende im August statt.
Größter Beliebtheit erfreut sich auch der Karneval. Dieses Fest wird mit dem
so genannten „Máscaras de Carnaval“ begangen, während derer die Dorfbewohner mit
alten Trachten verkleidet durch die Straßen ziehen und ihre Nachbarn
erschrecken.
Im Oktober findet alljährlich die Feria de la Mula (Tag des Esels) statt.
Am zweiten Freitag im Juli schließlich wird das nicht nur bei Radfahrern
beliebte Diá del Pedal gefeiert. Am Ende dieses Tages wird allen Teilnehmern
Paella serviert.
Bayárcal - Alcolea - Paterna del Rio - Darrícal - Láujar de Andarax - Berja -
Fondón - Dalías
Beim Betreten des Gebietes der Alpujarra von Almería werden Sie von den
Ortschaften Bayárcal und Paterna del Río begrüßt, gefolgt von Laujar de Andarax,
wo das Rathaus, das Konvent San Pascual Bailón und seine öffentlichen
Wasserbrunnen wie die von Pilar de la Plaza aus dem Jahre 1648, sehenswert sind.
Anschließend treffen Sie auf den Ort Fondón mit seinen wappengeschmückten
Häusern, dem Rathaus, das an der Stelle des ehemaligen Getreidespeichers steht,
dem Brunnen von Fondón aus der Zeit Karls III, sowie dem Gutshof „Cortijo de las
Paces“ oder ehemaligen Gutshof von Hadid, wo Johann von Österreich das Ende des
Krieges mit den Mauren unterzeichnete.
Nach der Besichtigung von Alcolea und Darrical mit seiner Schlossfestung
kommen Sie nach Berja mit der Wallfahrtskirche „Nuestra Senora de Gádor“, den
archäologischen Funden eines Amphitheaters, der maurischen Festung und den
arabischen Bädern sowie dem Wachturm „Fuerte de los Enciso“.
Ihre Route endet in Dalías, bekannt als Balkon der Alpujarra und „Mirador al
Mar“, ein Aussichtspunkt zum Meer. In seinem Ortskern sind noch die Merkmale
seines maurischen Ursprungs aus dem Mittelalter erhalten, dazu gehören die
Wohnhäuser mit Gemüsegarten und enge, in kleine Plätze mündende Sackgassen mit
unregelmäßiger Anordnung.
In dieser malerischen Ortschaft maurischen Ursprungs, die am Fluss der
beeindruckenden Gebirgsketten der Sierra de Tejeda und der Sierra de Almijara
liegt und von Mandelbäumen, Orangenbäumen und Olivenhainen umgeben ist, war und
ist der Weinbau ein wichtiger Bestandteil der Landschaft und der heimischen
Wirtschaft.
Die besonderen geografischen Merkmale der Gegend um Salares, nämlich
reichlich vorhandenes Wasser, ein angenehmes Klima und ausgezeichnete Verstecke
im Falle eines unerwarteten Angriffs, lockten bereits die Phönizier und die
Griechen an. Die deutlichsten historischen Spuren haben aber die Römer
hinterlassen. Sein prägten den Ortsnamen, indem sie die primitive Siedlung
„Salaria Bastitanorum“ nannten, offensichtlich in Anlehnung an eine in der Nähe
befindlichen Salzgrube, in der die Bastitanos arbeiteten.
Aus der Römerzeit ist eine Brücke, die über den Fluss Salares führt, perfekt
erhalten geblieben. Wie in vielen Ortschaften im Landkreis haben auch hier die
Araber den heutigen Ortskern am stärksten geprägt.
Sehenswürdigkeiten in Salares:
Neben der herrlichen, die Ortschaft umgebenen Berglandschaft und dem Dorf als
Sehenswürdigkeit an sich, ragt vor allem die örtliche Kirche mit ihrem Minarett
im Mudejar-Stil heraus, einem Überbleibsel der alten Moschee, die 1979 zum
nationalen kunsthistorischen Denkmal erklärt wurde. Das im 13. und 14. Jh. aus
roten Ziegelsteinen erbauten Minarett besteht aus zwei Baukörpern und verfügt
über vier versenkte Maueröffnungen mit herrlichen arabischen Verzierungen, den
„Panos de Sebka“.
Die im 16. Jh. erbaute Pfarrkirche Santa Ana ist ein im Mudejar-Stil
gehaltenes Bauwerk, das aus einem einzigen Schiff mit einem Kirchenkreuz
besteht. Das Hauptschiff ist mit einer Deckenkonstruktion aus Zugbalken
überdacht. Das äußere ist schlicht gehalten, hier ist vor allem der zeitliche
Zugang zum Evangelium in Form eines Rundbogens erwähnenswert.
Die römische Brücke über dem Fluss Salares liegt am Westhang des Bergrückens,
auf dem sich die Ortschaft befindet. Die von den Römern erbaute Brücke vereint
beide Ufer durch einen starken Brückenboden ohne Stützen in der Mitte, dessen
Pfeiler auf Felsgestein des Berghangs ruhen.
Weitere Überreste von archäologischem Interesse sind die Ruinen der Festung
im Ortskern selbst und die Reste der Moschee neben der Kirche.
Gastronomie in Salares:
Unbedingt probieren sollten Sie die Fenchelgerichte, die Gachas de Harinas
(Mehlspeise mit Milch, Zucker und Honig) und die roscos de Naranja
(Orangenkringel).
Ebenfalls empfehlenswert ist der bereits erwähnte, aus der Rome-Traube
hergestellte Wein, der nur in diesem Dorf ausgeschenkt wird und außerdem ein
urwüchsiger Wein der Axarquia ist.
Feste und Traditionen in Salares:
Neben dem Palmsonntag ist die Feier zu Ehren des San Anton am 17. Januar das
traditionellste Fest. Die Pferde werden toll geschmückt und zum Abschluss
galoppieren die Reiter durch die Strassen.
Am 26. Juli findet das Fest zu Ehren der Schutzheiligen Santa Ana statt,
begleitet von dem bereits seit mehr als sechs Jahrzehnten stattfindenden
Sommerfest mit volkstümlichen Tänzen, einer Prozession mit der Heiligenfigur und
einem Feuerwerk.
Mitte September finden Thementage zur altandalusischen Kultur, die so
genannte „As-sharq“, statt. Während dieser Thementage werden Konferenzen
abgehalten, es werden heimische Speisen angeboten und Sie können sich an
Musikkonzerten, den Cuentacuentos (Geschichtenerzählern) und anderen
unterhaltsamen Angeboten erfreuen.