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Alcala de Henares und sein Parador



 

Des reiche Erbe der Geschichte


Die Frontansicht des Parador Alcala "Die Freiheit, Sancho, ist eine
der wichtigsten Gaben des Himmels: kein Schatz
der Erde oder der Meere
ist mit diesem vergleichbar"
( Cervantes )

Die Wasser des Flusses Henares kommen von den Höhen der Sierra Ministra und verlaufen in die Ebene in Richtung des Jarama, und von dort aus, in den Tajo, der nach zahllosen Windungen sicht entfernt und in den Atlantischen Ozean mündet. Es ist ein frisches, wanderlustiges Wasser, das bald die Höhen des Gebirges vergisst und sich vom Rot der umliegenden Erde vollsaugt. Das Tal ist asymmetrisch, und formt Höhlen und Schluchten und wirft am linken Ufer Hügel auf. Aber auf dem rechten Ufer formt der Fluss Terrassen, auf denen fruchtbare Äcker sich befinden…

Hier wächst auf den fleißig bearbeiteten Feldern das goldene Korn. Auf der gegenüberliegenden Seite weiden ruhige Rinderherden und verscheuchen mit ihren Schwänzen die Fliegen. Lehm- und sandhaltige Böden wechseln sich ab, und formen so die hohen Wände des Ecce Homo y Malvecino...

Die Felder haben ein tiefes Aroma. Die Überschwemmungen und die Flussbegradigungen haben die Zeugen des Paläozoikums fast vollständig verwischt. Die von der Sonne verbrannten Hügel, mit ihren Dornbüschen mit weißen Blüten sind die primitiven Reste der Bronzezeit. Der Reisende kann hier in andere, längst vergangene Zeiten, eintauchen. Nur einen halben Meter unter der Erdoberfläche zeigt die Stadt Alcala de Henares ihren Ursprung: Splitter von Keramik, Faustkeile, Handmühlen,…Zeugen vergangener Bräuche und Kulturen, Hierarchien und Verwandtschaften der Vorfahren…

Ein guter Teil jener primitiven Zeugen sind im Museo Arqueológico Regional aufbewahrt und dem Publikum zugänglich. Die keramischen Fragmente des Kupfersteinalters bei den Funden de Esgaravita gehoben, die Keramik mit dekorativen Zickzack Motiven, die für die Bronzezeit typisch sind, bei der Wand de Ecce Homo gehoben, und das befestigte „Castro“ der Cuesta Zulema sind die Beweise, dass hier der Mensch sich bereits fast fünftausend Jahre vor Chr. niederließ. Der Sage nach waren es phönizische Soldaten, die nach der Schlacht um Troja hier, auf dem Gipfel des Hügels, den Ort Iplacea gründeten, und weiter unten, am Ufer des Camarmilla Flusses, das Viertel Al-hala. Die Sage wird von den Fakten bestätigt; es gab in der Tat zwei Niederlassungen. Die Akropolis in der Höhe nannte man Iper Plataia, aber sie ist in Wahrheit eine römische Gründung, ebenso wie das reiche Complutum auf der Ebene.

Im Zentrum dieser Komposition erscheinen eine Basilika, ein Forum, Thermen und einige wichtige Häuser. Es handelt sich um eine ruhige, pazifische Stadt, welche in ihrem Namen den fruchtbaren Zusammenfluss zweier Wasserläufe trägt. Auf den Mosaiken der Patrizierhäuser sind zahlreiche Fische abgebildet. Es ist eine pazifische, früh-lateinische Stadt. Mehr zum Äußeren hin, wo die Gebäude spärlicher wurden, erkannte der Besucher mehrere Wege und Strassen Bis zu 23 verschiedene Wege gab es in römischen Zeiten, um Complutum zu erreichen.

Alcalas schoener Innenhof Ernten folgen auf Ernten, und die Zeit verstreicht. Es ist nun das Jahr „1“ unserer Zeitrechnung, und die Stadt blüht. Sie hat keine Feinde; so wächst ihre Bevölkerung. Befreite Sklaven (die so genannten „Liberti“), Sklaven und Kaufleute befinden sich auf den Strassen. Einige von ihnen, die Christen, werden das Reich von innen auflösen, nicht mit den Waffen, sondern mit ihrem Glauben. Der christliche Glaube, die neue Religion, die im Untergrund des Reiches heranwächst, beschädigt die Fundamente des Reiches und zerfrisst es. Als Rom zu den Waffen greift, ist es schon zu spät, um die neue Religion aufzuhalten. Es wurden Edikte erlassen und alle Christen werden verfolgt, aber es sind nur wenige, die von ihrem Glauben ablassen, und diejenigen, die dem Beispiel der Märtyrer folgend, zum neuen Glauben überlaufen sind in der Überzahl.

Hier nun das romanisierte Complutum, mit seinem Haus de Hypolitus, der Zisterne und seinem „Nympheum“; an einem seiner Brunnen schöpfen zwei Frauen das Wasser; das Forum, dem Marktplatz und der Nekropolis; und die vielen Wege und Strasse… Draußen, vor der Stadt, werden die Märtyrer hingerichtet. Hier spielen zwei kleine Kinder auf dem Campo Laudable. Es sind Justo und Pastor. Sie lassen von ihrem Glauben nicht los, und werden auf Befehl des Prätors hingerichtet.

Das Volk verehrt sie im Stillen über die Jahrhunderte hinweg, bis der Bischof von Toledo ihnen zu Ehren das Martyrium errichten lässt. Es wird später aus der Außenstadt in das Innere der Stadt verlegt, zum Altar erhoben und bildet den Grundstein eines primitiven Tempels. Neben der Basilika, nicht weit von der Zisterne entfernt, haben Justo und Pastor ihr Paredón del Milagro (Wand des Wunders). Sueben, Vandalen und Alan haben die Iberische Halbinsel zerworfen; sie sind nicht bis nach Alcala gelangt, aber die Macht Roms ist so schwach geworden, dass es zu einem Pakt mit den Westgoten kommen muss.

Der Pakt sieht vor, dass sie die Stadt vor Eroberern schützen, und dauert vom Jahr 416 einige Jahre lang. Im Jahr 589 tritt Recaredo vom Arrianismus zum Christentum über, und das Christentum schließt mit der weltlichen Gewalt einen Pakt, der bis in unsere Zeit reicht.

Die Kunstfertigkeit im Umgang mit der Farbenskala, die einfallsreiche Art, dem Licht Schatten abzugewinnen und auf dem Stein die Illusion der Farbe herzustellen, all diese Kunstfertigkeiten der Römer, in Complutum besteht und bewahrt seinen Glanz über die Jahrhunderte hinweg. Die Zeugen der Westgoten jedoch verblassen und werden bald unsichtbar… Das Umfeld des Ecce Homo Hügels spricht erneut über die Zeiten des Krieges. Pfeile, Lanzen, Faustkeile übersäen die Felder zwischen dem Graben des Flusses und den Zinnen der Burg, mit der die Araber dir natürliche Lage auf dem Gipfel des Hügels befestigt haben. Unter der Erde bewahrt die besiegte Bevölkerung das Wichtigste.

Münzen, geweihtes Geschirr, Figuren. Den großen Schatz der Stadt nehmen sie weit weg und verstecken ihn auf der anderen Seite der Pyrenäen. Die Reste der Sacros Niños, der Heiligen Kinder, können auf diese Weise nicht geplündert werden.

Ein anderer, ebenfalls wichtiger Schatz, wird ebenfalls geschützt. Es handelt sich um den mythischen salomonischen Tisch. Die maurischen Chronisten berichten über diesen Schatz, und schreiben die Entdeckung des biblischen Tisches den Truppen von Tariq und Muza zu. Es soll sich hierbei um einen Tisch mit 365 Beinen handeln, die mit Perlen und Korallen dekoriert waren. Und obwohl der Tisch nie wieder aufgefunden wurde, glaubt man, dass er nach Damaskus gebracht wurde. Der Tisch hat die Halbinsel wahrscheinlich über den Süden verlassen, über die Schlucht im Hügel. Von der legendären Verschleppung des Tisches stammt noch der Name des Weges auf den Hügel, "Cuesta Zulema", welcher Berg des Salomo bedeutet. Cervantes, der in Alcala geboren wurde, bezieht sich in einer Passage seines Don Quixote darauf: „Jener berühmte Maure, Muzarque, der jetzt verwunschen auf der großen Cuesta Zulema in der Nähe von Complutum begraben liegt…“

Der Pool des Paradors Toledo und Alcala fallen im Jahr 1085 infolge des „Pacto de Cuenca“ in christliche Hände zurück. Aber der besagte Pakt beschwichtigt nicht die maurischen Initiativen, und das alte Complutum fällt in ihren Besitz zurück. Die Stadt, eine Insel inmitten christlichen Gebietes, wirft alle Angreifer zurück, fällt jedoch dem Kreuz zum Opfer. Am 3. Mai 1118 fliehen die Araber durch unterirdische Gänge als sie im Morgengrauen das Kreuz auf dem Hügel der Burg entdecken.

Wahrscheinlich hat der interessierte Besucher schon gelesen, dass „Alcala“ Burg bedeutet, und er möchte sich auf den Weg zu ihr machen. Es ist mitten am Nachmittag. Man hört das Trällern einer schwarzen “collalba” oder einer rotschnabeligen “chova”, und das Rauschen der Ulmen am Ufer des Flusses. Von der Burg hat nur der „Albarrana“ – Turm bis in unsere Zeit überlebt. Kriege und Plünderer haben den Rest der Burg zerstört.

Die Burganlage ist riesig, und steht seit dem 9. Jahrhundert. Sie wurde von den neuen Besitzern nach der Eroberung mit gebrochenen Steinen aus der Stadt Complutum aufgebaut. Die maurische Bevölkerung, die in der Nähe der Burg wohnte, musste in die Stadt umsiedeln. Die letzten Inhaber der Burg waren die Katholischen Könige, Isabella und Fernando, welche die Burg als Zahlung für ausstehende Schulden vom aufständischen Erzbischof Carrillo übernahmen. Carrillo durfte am Leben bleiben, obwohl er mit den Waffen der portugiesischen Armee gegen die Krone Spaniens gekämpft hatte; Isabella ließ ihn leben und zahlte so ihre Schuld an den Erzbischof zurück. Dieser hatte sie nämlich „vom Spinnrad befreit und statt der rechtmäßigen Erbin, Juana La Beltraneja, auf den Thron erhoben“.


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Parador de Alcala de Henares ****
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