Sie sind hier: Spanien / Andalusien - Paradores - Almagro und sein Parador

Almagro und sein Parador



 

Söhne von Juden, Arabern und Christen


Parador de Almagro

„Sie verlassen bereits Kastilien Kastilier mit viel Grimm,
sie gehen, um die Mauern zu bekämpfen des alten Calatrava;
sie schlugen drei Teile ein auf der Seite des Guadiana;
durch eines kommen die Christen herein durch zwei fliehen die Mauren
Mohammed verfluchend und seine verruchte Sekte,
einige Gebirge weiter oben machten sie großes Geheul...”
( Daus dem Romancero )

Den Historikern zufolge sind die ersten Anfänge von Almagro prähistorisch, wenngleich es nur wenig Informationen darüber gibt. So bezeugen es die paläolithischen Fundorte, die im aktuellen Ortsgebiet von Nava oder auf dem Weg von Santa Cruz entdeckt wurden, oder etwa die in Motilla gefundenen Überreste des Palastes von Torroba, der zu einer Kultur der Bronzezeit gehörte.

Das Volk der Oretaner, das dieses Gebiet bewohnte, kannte außer einer elementaren Landwirtschaft und Viehzucht auch eine große Bergbauaktivität, insbesondere in den Zentren Sisapo (das heutige Almadén) und Cástulo (in der Nähe des heutigen Linares). Bereits zu Zeiten der Iberer wurden zumindest Blei und Silber gewonnen, aber die Karthager waren die ersten, die einen echten Bergbau entwickelten, so wie es der römische Historiker Plinius schriftlich festhielt.

Während der Romanisierung verwandelte sich Almagro in eine strategisch wichtige Kreuzung für die Verlagerung der Truppen und Waren, die von und nach Toledo kamen und gingen; Almagro diente als Anbindungspunkt zur Silberstraße, Verbindung zur Sierra Morena und zur Straße von Toledo nach Andújar. Die Anwesenheit der Westgoten und vor allem der Araber trug, wie konnte es anders sein, dazu bei, die Bräuche und Gewohnheiten, die Kultur und selbst die Identität der Stadt und der gesamten Gegend zu prägen, die zwangsläufig als Durchgang für die Verbindung der Täler des Guadalquivir und des Tajo für Mauren und Christen diente.

Daher kam es seit dem 13. Jahrhundert zu ständigem und heftigem kriegerischen Kommen und Gehen der Gläubigen und Ungläubigen in diesen so begehrten Gebieten, die für die Kreuzritter der einen oder anderen Seite unentbehrlich waren, die Kleinkriege und entscheidende Schlachten schlugen. Die Region war ebenfalls Zeuge ständiger Auseinandersetzungen, des Verrats und der Intrigen zwischen der Krone des Imperiums und dem widerspenstigen Adel. Aus der Asche dieser Situation entstanden daher die religiösen und kriegerischen Orden, die hier eine entscheidende Rolle spielten, insbesondere der von Calatrava („Halb Mönche, halb Soldaten“), Vorkämpfer und Bastion der Krone von Kastilien. Dank ihrer mutigen Taten erhielten die Menschen aus Calatrava saftige Belohnungen und Privilegien: Konzessionen zahlreicher Städte, Komtureien und Priorate. So stark und so schnell war das Wachstum der Stadt, dass sie zu Beginn des 13. Jahrhunderts zum Sitz und zur Hauptstadt des Ordens und des Gebietes von Calatrava wurde. Im Schatten derart unerschrockener Wohltäter erlangte Almagro damals die Herrschaft über einen großen Teil der Mancha. Zu ihr gehörten 74 Städte, 56 Komtureien, 16 Priorate... Die Macht des Ordens reichte schließlich so weit, dass der Ritter von Calatrava Meister Pedro Girón sich beinahe mit Isabella von Kastilien verheiratet hätte, die später die Katholische Königin werden würde, wenn er nicht von einem plötzlichen und überaus verdächtigen Tod überrascht worden wäre, wie die Chroniken der Epoche (Ende des 15. Jahrhunderts) berichten: „An jenem Tag (dem Tag der Hochzeit) erlitt er eine so schwere Krankheit... dass er starb... ohne dass die Ärzte die Ursache seines Leidens verstehen konnten... Es gab den schweren Verdacht, dass einige Granden des Königreiches ihm Gift geben ließen, damit er sterben würde...“ Die Vollendung der epischen und christlichen Wiedereroberung, mit der Einnahme Granadas, war der Anfang vom Ende der Militärorden, die nicht mehr so notwendig waren und noch immer sehr störend.

Aber das Verschwinden ihres Einflusses bedeutete auf keinen Fall dasselbe für die Stadt... Ganz im Gegenteil erlebte Almagro neue Momente des Glanzes während der Renaissance, Folge unter anderem der Ankunft und der Ansiedelung der deutschen Fugger und Wesler, königlicher Bankiers, „die für sich und die Stadt große Geschäfte machen würden mit dem Bergbau von Almadén...“, wo Zinnober abgebaut wurde, Vorstufe des Quecksilbers, wie man sehr bald wusste. Auf die eine oder andere Weise sollte die Stadt die vergängliche Hauptstadt der Mancha (1750-1761) werden. Bereits im 19. Jahrhundert verlor sie wieder ihre Hauptrolle im “Campo de Calatrava” aufgrund der Säkularisation und infolge des Schwindens der kirchlichen Macht, die zusammen mit den Adligen und anderen Großgrundbesitzern ein kulturelles und wirtschaftliches Wachstum erzeugte, dessen Spuren noch heute in der Stadt zu finden sind, zum Erstaunen und zur Bewunderung des Besuchers.

Parador de Almagro


Zum Parador de Almagro geht es hier...


 

Parador de Almagro ****
  Landkarte