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Arties und sein Parador



 

Tal von Arán: Eine Welt jenseits der Zeit


Parador Arties

“Das Tal von Arán ist ein Tal, das nicht so reich ist wie sein
ganzjähriges Grün es erscheinen lässt, aber bewundernswert
ausgenutzt. Die großen Tannenwälder seiner bedeutenden
Hänge gedeihen sehr gut, die Wiesen haben eine dichte
Pflanzendecke, das Wasser berührt man mit der Hand, es
erfreut die Ohren mit seinem tiefen Rauschen... Die Bäume, die
an seinen Rändern wachsen sind von einer schlanken
Eleganz... Man ist beeindruckt von seiner Ruhe, der Ordnung,
der Qualität der Dinge des Tales“
Josep Pla

Die Landenge, durch die die Iberische Halbinsel mit dem europäischen Kontinent verbunden ist, ist sehr bergig, es erheben sich die Pyrenäen, unbewegliches Relief, dessen Alter man in Millionen Jahre misst. Ihr extremer Anstieg über der Ebene von Aquitania, den man am Nordhang wahrnimmt, fällt stufenförmig nach Spanien ab, mit einer Sanftheit gesättigt, die in den Tälern ausläuft.

Die eindrucksvolle Bergkette erhob ihr Profil so um das Tertiär, vor 50 Millionen Jahren, wenngleich ihr erstes Aufbegehren bereits bis zum Mesozoikum zurückreicht, als die Erde eine verlorene, von den Dinosauriern bewohnte, Welt war. Zur gleichen Zeit wie die Pyrenäen, erhoben sich die Rocky Mountains, der Himalaja und die Alpen. Damals gab es nur einen Kontinent. Der Urkontinent Pangäa teilte sich in zwei Teile: Europa und Afrika, die von da an getrennt in gegensätzliche Richtungen trieben, bis Afrika auf einmal seine Richtung änderte und zum Hinterteil Europas lenkte. Im versteckten Herzen des Mutterplaneten trieben die brüderlichen Kontinente aufeinander zu. Der alpine Ozean verschwand durch Subduktion und dann gab es kein Aufhalten der Kollision zwischen der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten mehr. Unter der scheinbar stillen Schneedecke erkennt man am Horizont welche mythischen Kräfte das Übereinanderschieben und die Hebung hervorriefen, die die Folge jener Kollision waren und die wir heute als die Pyrenäen kennen.

Die Merkmale der alpinen Wildheit werden in den gestutzten Gipfeln deutlich, in ihrer geselligen Gliederung ihrer Erhebungen, in der Vielzahl der Gipfel und in der Gegenwart aktiver Gletscher. Auge in Auge und in gegenseitiger Unbeweglichkeit, erfreuen sich der Reisende und die Berge am Gleichklang der Einsamkeit und der Krönung der Stille. Die tiefe Erosion, die das Auge überwältigt, dessen der sie beobachtet, die tiefe Ausgrabung der Täler, die die alten Gletscher hinterließen, die Erosion der Wasserläufe, all das ist das Werk der quartären Eiszeiten. Im „Valle de Arán“ hatte das Eis zu jener Zeit eine Dicke von 400 Metern; die Täler sind das Werk der Sonne, die das von der Kälte festgehaltene Wasser in vielfachen Strömen befreite.

Bei der Verfolgung einer jungen Gämse, dringt der Urzeitmensch in das Gebirge vor. Die Buchen, Birken und Eichen schützen ihn in der montanen Höhenstufe, aber je weiter er ansteigt, nimmt die Kälte zu und die ausharrende Vegetation geht in Wacholder und dicht bestandene Hänge mit Schwarzkiefer über. In der subalpinen Stufe, verweilt der Urzeitjäger wie hypnotisiert vom engelgleichen Weiß des Edelweißes, jener mystischen Blume des Schnees, im Schutz des Hochwaldes und dem beginnenden Frühling. Die Kelten dringen mit ihren Hünengräbern vor und so, wie die aus Granit geformten Gipfel in der Morphologie der Berge, so ist das Vordringen ihrer Kultur, holperig, kriegerisch, aber auch belebend und fruchtbar.

Unter den Schattierungen, die das sich entwickelnde Volk erlangt hat, stechen das Eisen des Schwertes, mit dem sie die Feinde zurückschlagen, und die Erde die sie zu bestellen erlernt haben, hervor. Als die Römer die versteckten Täler erobern, wir befinden uns bereits im 3. Jahrhundert vor Christus, bezeugen sie die Seltsamkeit ihrer Bewohner und ihre völlige Unähnlichkeit mit anderen iberischen Völkern. Das Leben der Menschen von Arán nimmt weiterhin seinen Kurs entlang der Schluchten und Pässe hinter den Herden, kaum berührt von der blühenden Arbeit des Imperiums, das seine Kommunikationswege bis hier hinauf verlängerte um Perpinyà mit Girona und Barcelona über die Via Augusta zu verbinden, und zu Zeiten von Pompeius, die Römerstraße, die das damalige Vetual, heute Vielha, mit Lérida, entlang dem Fluß Noguera Pallaresa verband. Die eröffnete Handelsstraße wird, nach dem Fall des Imperiums von den Barbaren und Westgoten genutzt, die sich dort ansiedelten, unter deren Vermächtnis man die ältesten christlichen Niederlassungen in den Ausläufern der Pyrenäen preisen muss; diese wurden als Beispiel religiöser Beharrlichkeit und oft als Basis für die Kirchen der folgenden Jahrhunderte verwendet.

Aber weder die mystischen Bestrebungen, noch das Verlangen nach Transzendenz, weder der irdische Widerwille, noch das genüssliche Zwinkern des Allerhöchsten, sind der Auslöser für die architektonische Blütezeit, sondern der Exodus ins Gebirge, Folge der arabischen Herrschaft, die alte Katalanen und christliche Emigranten aus dem Landesinneren verjagten. Lérida und Tarragona sind völlig von den Arabern beherrscht.


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