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Cazorla und sein Parador



 

Mater Amantisima der Flüße und Berge


Parador Cazorla

Oh Guadalquivir!
Ich habe dich gesehen als du in
Cazorla entsprangst...
ein Sprudeln klaren Wassers
unter einer grünen Kiefer,
Das warst Du, wie schön hast
du geklungen
( Antonio Machado )

In Cazorla kann man weder beschreiben wie und warum, noch warum und wohin oder woher diese Menschen kommen und gehen. Es ist klar, dass es das Atribut einer „Mater Amantissima“, aber auch der „Mater intemerata“ genießt: Sie ist eine ebenso großzügige wie unbeugsame Göttin... Cazorla und nahezu die Gesamte Region sind genauso außergewöhnlich wie farbenfroh: sie erfreuen sich, leiden jedoch auch an überaus eigentümlichen Bräuchen und Gewohnheiten. Wegen seiner komplizierten Vergangenheit, wegen seinem komplexen Ursprung, wegen seinen alteingewurzelten Gewohnheiten... und wegen seiner Gastronomie, Kunst und Kunsthandwerk. Und auch wegen seiner Sprache und Ausdrucksweise, die vielleicht etwas verzerrt ist, jedoch eigen und angemessen, wie jeder, auch nur ein bisschen neugierige, Besucher in dieser Gegend und diesen großzügigen und ausschweifenden Bergen entdecken wird, wo es sehr angenehme und erstaunliche Überraschungen gibt: in der Kunst, der Landschaft und den Landsleuten, in der Kultur, der Folklore und den uralten Riten. Cazorla ist ein Muss für jeden bußfertigen und unbußfertigen Reisenden. Er wird es nie bereuen; so wollten es und wollen es noch immer diese Leute, die hier in schroffe Landschaften gedrängt sind, die fast bis in die Wolken reichen, mit herrlichen, anmaßenden, bescheidenen Aussichten, die jedoch nie erniedrigt wurden; mit kargen Gewohnheiten ihres Wesens und Seins. Sie sind Bergsteiger aus Berufung und gebotener Notwendigkeit. Sie sind – gezwungener Maßen – Liebhaber ihrer unwirtlichen Umgebung, die so herrlich, wie auch häufig tückisch ist und manchmal unbarmherzig. In diesem furchtlosen, schroffen Felsmassiv, das über dem tiefgelegenen Jaen emporragt; dieser Hirte von Flüssen und Bächlein, die in der Lage sind so bemerkenswerte Gewässer, wie das des Guadalquivir oder des Segura hervorzubringen. Und weitere beachtliche Bächlein, die großzügige Kiefernwälder hervorbringen, die so engstehend, schnellwüchsig und reichlich sind, dass man sie sogar die „spanische Schweiz“ nannte. So ist es auch, weil es grenznahe Gebiete sind und aufgrund der notgedrungenen Abgeschnittenheit immer sein werden, die zusammen leben mit Versen und Wehklagen, die auch Weinen und mehr als gerechte Forderungen sind... So besagt es der Vers:

“...Manche sagen von Jaen ...dass es nicht meine andalusische Heimat ist... Oh weh, mein Jaen!...”

Parador Cazorla Park Aber diese Leute aus Jaen sind nicht hochmütig, großspurig, und auf keinen Fall hochnäsig. Diese Leute sind, sie wissen und sie sagen es, einfach das was sie sind: stolze Olivenpflücker. Aber es ist eine Vorspiegelung einer verkappten Bescheidenheit. Denn zu viele dieser Gebiete verstecken und zeigen jedoch mehr als erstaunliche Schätze: wie zum Beispiel Linares, Úbeda, Baeza... Diese herrlichen, wenn auch steilen Gipfel haben Flüsse hervorgebracht, die so einzigartig und vornehm sind wie der Guadalquivir, der am Ende das Wasser des Atlantiks schluckt und sich von diesem verschlucken lässt; oder der andere Fluss, der Segura, der bescheidener ist als das Mittelmeer, aber nicht weniger stolz. Auf jeden Fall machen beide Flüsse weite Gebiete fruchtbar, die sie geschaffen haben, mit ihrer erstaunlichen Fruchtbarkeit, riesigen Kiefernwäldern, die von einer mehr als bemerkenswerten natürlichen Flora und Fauna begleitet werden. Das Gebiet dehnt sich auf ungefähr 76.000 Hektar aus. In diesem weiten Gebiet leben Hirsche, Gämsen, Mufflons und es überleben sogar noch Bergziegen. Und noch kann man sich an Pflanzenarten wie dem sogenannten Cazorla-Veilchen („Violeta de Cazorla“) oder der Akelei („Aguileña“) oder der Butterwurzel („Grasilla“) erfreuen. Der neugierige Wanderer wird sie zu finden wissen und entdeckt sicherlich noch die eine oder andere mehr.

Der Nationalpark “Parque Natural de Cazorla, Segura y Las Villas” lädt den Reisenden zu ausgiebigen Überraschungen und angenehmen Spaziergängen hier in den Bergen ein; der Naturgenuss wird den beharrlichen Wunsch der Rückkehr in seiner Seele hinterlassen. Jede Jahreszeit bewahrt, versteckt jedoch nicht, unbeschreibliche und erstaunliche Schönheiten: der Winter bereitet die Erde darauf vor Farbexplosionen hervor zu bringen, die mit Sehnsucht die Ankunft des Frühlings ankündigen. Mit dieser Jahreszeit kommt der Nachwuchs der Tiere, Blumen und Früchte. Mit dem Sommer kommen die Feste, die Freude, die Lichter, die ewigen und angenehmen Nächte; mit dem Herbst bedeckt sich die Landschaft mit Melodien und dem Klang nach Ocker, Gelb und Braun: es beginnt die Brunftzeit der Hirsche... Es erscheint, dass die Natur beschlossen hat den Reisenden mit der besten Betrachtung dieses Bergmassives mit komplexer und überraschender Orographie zu segnen, mit dem frischen Grün seiner Vegetation, das nur unvermittelt unterbrochen wird, wenn es die Kalkfelsen erreicht, die im Gegensatz zu den prächtigen rotgefärbten Geröllfelder der tieferen Lagen stehen. Es ist diese eine gepeinigte Gegend, wo Bäche und Flüsse Felsen und Felsklippen durchgraben und ausgraben, die zu Wasserfällen unvergleichlicher Schönheit werden, die in der Lage sind, bereits besänftigt, zwischen den Engpässen der Schluchten hindurchzufließen.

Parador Cazorla BurgDiese magischen Naturparks beherrschen eine Oberfläche von mehr als 2.000 Hektar: Das Bergland breitet sich über die Sierra de Cazorla, Segura y Las Villas aus; weit und breit beherrscht und durchsetzt es diese Provinz und ist vielleicht der am besten geschützte Naturpark der gesamten Halbinsel. Der Naturpark erfreut sich an zahlreichen Bergketten und erduldet sie: Diese Berge gehen in andere über, so etwa die Sierra del Pozo, Sierra del Castril, die von Cabrilla, Almorchón und viele andere von beneidenswerter Schönheit. In den einen oder anderen sind Quellen des Guadalquivirs, dessen Klima ein bizarres und schroffes Relief hervorgerufen hat. Die zahlreichen Felsen und Flussarme bilden eine einzigartige Landschaft, die von seiner Quelle an der Schlucht Cañada de las Fuentes und vom Fluss Segura aus weiter reicht. Der neugierige Besucher und Ausflügler erfreut sich des Privilegs, zahlreiche Arten in freier Wildbahn zu sehen, wie etwa Wildschweine, Bergziegen, Hirsche, Gämsen, Ginsterkatzen und andere... Zum großen kunsthistorischen Besitz dieser Provinz zählt man die Landschaftlichen hinzu, die diese Berge ihr Eigen nennen. Sierra Morena bildet die Grenze des Übergangs zwischen dem Hochland der Mancha und Andalusien und die versteckte Sierra Magina, in der sich die höchsten Gipfel der Region erheben und die zahlreiche unerforschte Winkel bewahrt. Eine jede Spritztour ist mehr als erstaunlich.

Zu all dem bewahren diese Höhen auch ein außergewöhnliches Kulturgut, das häufig ethnologisch und architektonisch ist. Und einen eigentümlichen andalusischen Typ von Orten in seiner Umgebung. Huelma und Belmes el de la Moradela. Auf dem gleichen Weg, der sich zwischen den Bergen von Campillo und La Cabrita öffnet, überbrückt der spektakuläre, Eisenviadukt die tiefe Schlucht des Baches „Arroyo Salado“, das Bauwerk ist eines Eiffel’s würdig. Auf diesem Weg wird die Landschaft noch bergiger, und bald schon erscheint der große Schatz von La Magina, mit mächtiger Burg der Alburquerques und der glorreichen Pfarrkirche der Inmaculada. In dieser Gegend sind menschliche Siedlungen selten, es gibt jedoch vereinzelte Gehöfte.


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Parador de Cazorla ***
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