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Cordoba und sein Parador


Kapitel 1 Cordoba: Die Kulturen aus Tausend und Einer Nacht Kapitel 6 Almanzor: Himmlischer, machiavellistischer Diktator
Kapitel 2 Magische Zeiten des Islams Kapitel 7 Straßen, Gassen, Kulturen
Kapitel 3 Das große Jahrhundert der Kalifen Kapitel 8 Veredelte Tafeln Cordobas
Kapitel 4 Medina Azahara: Der Neid aller Zeiten Kapitel 9 Ausflüge
Kapitel 5 Al-Haquem II.: Der Friede liegt in den Büchern    

 

Cordoba: Die Kulturen aus Tausend und Einer Nacht


„Oh hochragende Mauer, oh gekrönte Türme
Von Ehre, von Majestät, von Würde!
Oh großer Fluss, großer König von Andalusien
von noblem Sand, wenn auch nicht golden!...“
( GÓNGORA )

Parador Cordoba

Córdoba genießt zu Recht einen magischen, unauslöschlichen Nimbus. Sein Bild entspricht unserem Wissen und unserer Vorstellung von dieser Stadt: Córdoba bleibt argwöhnisch sich selbst treu und bewahrt seine eigenen Traditionen sowie gestohlene Bräuche. Manche davon jüdisch, manche christlich oder christianisiert: immer maurisch. Vor allem aber ragte es im Herzen der Macht der Kalifen empor. So wurde es zur kultiviertesten, reichsten, luxuriösesten und wollüstigsten Stadt. Noch heute bietet sie einen angemessenen und geeigneten Hintergrund für die schönsten Bilder aus „Tausend und Einer Nacht...“ So war es – und so will es noch immer ein bisschen sein – jenes muslimische Córdoba. Aber es ist noch viel mehr: Es bewahrt und zeigt heute tief verwurzelte Traditionen, einzigartige Beweise seiner vielen Kulturen; großzügige Reichtümer, die einen offen; andere eher verborgen, um nicht zu sagen geheim gehalten. Außerdem ist es ein Gebiet der Bereich von Latifundien... Der Besucher erfreut sich eines extrem freundlichen Volkes, wie kaum eines anderen. Aber auch ist es vielgestaltig wie fast kein anderes: Die Menschen sind immer das Ergebnis des Flusses, der sie durch die Geschichte führt. Das ist der Betis; das ist der Guadalquivir.

Dies ist das Wunder: Fruchtbares Ergebnis der reichsten Invasionen, die die iberische Halbinsel sich erträumen konnte: Bei uns fielen neue und erneuernde Kulturen und Zivilisationen ein; wütend und finster; andere hochvornehm, gebildet und episch; später kamen Missionare, und Abenteurer; Humanisten und Koloristen. Alles Menschen, die stolz auf das Ihre sind. Anders denkend, wenn immer die Gelegenheit günstig war; treu, so weit wie es notwendig war. Immerzu Ästheten, Poeten für alle Zeiten. Die Festung wurde von den Legionen des römischen Imperiums eingenommen. Diese Besuche waren nicht gern gesehen. Im Gegenteil, es gab derart viel Widerstand und so viele Kämpfe wie nur möglich; nicht vergeblich, denn jenes betische, schließlich auch karthagische und lusitanische Volk hatte und genoss sein eigenes Vaterland und eigene Kultur. Am Ende vernichteten es die Legionen: Der Prätor Lucius Mercius war der endgültige Eroberer, zweihundert Jahre vor unserer christlichen Zeitrechnung. Seitdem sollten die ersten Bewohner von Córdoba acht Jahrhunderte lang Latein sprechen, wenngleich dies nur eine ungefähre Annäherung sein kann. Es erscheint am wahrscheinlichsten und logischsten, dass das Lateinische mit Substraten durchsetzt war, „vielen und sehr bemerkenswerten Einflüssen der Gemeinsprache der Goten ...“, wie es die ältesten Chroniken bezeugen wollen. Ihrem selbst erfundenen Pragmatismus unumgänglich treu beeilten sich die neuen Nachbarn, die iberische Halbinsel zu zerstückeln, um sie besser auszubeuten und leichter regieren zu können. Man geht davon aus – obwohl man es nicht sehr genau weiß – dass jenes Córdoba zur Hauptstadt der gesamten Provinz Baetica ausgerufen wurde. Und es gibt sogar Legenden, die dies bestätigen: Es war Julius Cäsar persönlich, der jenen berühmten Bananenbaum pflanzte, den Martial später in seinen Gedichten unsterblich machen würde...

Wie dem auch sei, am Ende wurde Córdoba römisch. Es waren die Legionen, die eine erste Stadt bzw. Festung errichteten. Sie befestigten den Platz. Sie verwandeln ihn in eine Kaserne und ein strategisches Zentrum für ihre Soldaten. Als Konstrukteure ihrer eigenen Zukunft legen sie die günstigsten Wege der iberischen Halbinsel an. In Bezug auf ihre natürlichen Reichtümer – Fischerei, Landwirtschaft, Bergbau; Sklaven... – verwandeln sie Córdoba in einen wichtigen Knotenpunkt für die hispanischen Verkehrsverbindungen. Schon bald zeigten die Bewohner von Córdoba ihren Stolz und, ein bisschen, den Pragmatismus, den sie vom zivilisierenden Eroberer übernommen hatten: Während der Bürgerkriege, die in Rom das eigene Imperium schädigten, stimmte diese Stadt je nachdem für die eine oder andere Seite. Somit waren die Menschen von Córdoba entschiedene Anhänger von Cäsar oder von Pompeius, je nach der Einstellung und dem Verhalten, das Rom seinen Bewohnern gegenüber zeigte...

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Wie dem auch sei, es scheint so, dass die Zukunft des lateinischen Imperiums stark von diesen Gegenden abhing. Hier und dort wurden entscheidende Schlachten geschlagen und ein sehr kriegerisches Verhalten gezeigt: Der betisch/lusitanische Heerführer Viriatus versetzte die Truppen der Legionäre mehr als einmal in Angst und Schrecken. Im Endeffekt war die Bilanz sowohl für die Eroberten als auch für die Eroberer exzellent. Das Imperium nahm sich aus diesen Gebieten Metalle für jene edlen Zeiten: Eisen, Kupfer, Zinn... sowie Gold und Silber in riesigen Mengen. Hervorragenden Fisch, hervorragend konserviert: Den “Garum” – die erste der besten Pasteten des Universums, aus übereinander geschichteten Lagen von Sardinen und ähnlichen sorgfältig eingesalzenen Fischen– den “Mojama“ (gesalzenen, gehärtetenen Thunfisch) und andere wie etwa den eingesalzenen “Bacalao“ (Kabeljau). Ebenfalls nahm das Imperium eine bemerkenswerte Kultur mit, eingebracht von den iberischen, keltischen und lusitanischen Völkern. Es waren gleichzeitig auch Zeiten grausamen Gerangels; Zeiten der ständigen Untreue, gespickt mit Verrat und Rache...

Am Ende war Cäsar endgültig siegreich. Dies war das dritte und letzte Mal, dass der Kaiser in der Stadt war. Als die Kriege vorbei waren, erlebte diese Stadt eine lange und angenehme Phase der Ruhe. Es kamen vier lange Jahrhunderte von nachbarschaftlichem hispanisch-römischem Zusammenleben. Es beginnen fruchtbare Zeiten. In der Wirtschaft und im Städtebau... und, vielleicht vor allem, in der Kultur... zusammen mit der Rechtssprechung und der Technik entwickelt sich der intellektuelle und literarische Geist der berühmtesten Menschen aus dem römischen Córdoba. In diesen Straßen entstand die am meisten geschätzte Bildungsstätte der hispanisch-römischen Geisteswissenschaften. Das waren die Zeiten von Seneca und der Schule von Córdoba. Dort, wo sich heute der sehr berühmte, aufgeklärte und historische Platz “Las Tendillas“ befindet, stand damals jener erste, aber bereits entscheidende und ausschlaggebende, Senat von Córdoba. Als ursprüngliches Forum sollte er immer die Hauptrolle für die Bevölkerung spielen: Er wurde arabischer Marktplatz, Stierkampfarena, zwingender Schauplatz für die Inquisition und immer weitsichtiger Leuchtturm für das tägliche Leben...

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Von “Las Tendillas“ gingen die wichtigsten Straßen aus, die zu den Toren der Stadt führten: zur „Puerta de Osario“ und zur “Puerta de Hierro”, die die Mauer durchbrach. Zum Tor von Gondomar, das später “Puerta de los Gallegos“ genannt wurde... Das Amphitheater lag etwa bei “San Pablo“ und der Palast des Konsuls in der Nähe des Rathauses. Ganz in der Nähe des Alcázar waren der Hafen und der Zoll.

Das Stadion lag außerhalb des ummauerten Bereichs. Für die Toten stellte man zwei Beinhäuser bereit: Eines für die einflussreichsten Bewohner, zwischen Tejares und San Cayetano; die Überreste des einfachen Volkes wurden auf dem “Campo de la Verdad“ (Hof der Wahrheit) begraben. Auch die Götter hatten einen eigenen und angemessenen Wohnort. Bacchus und Apoll wurden wahrscheinlich bei der “Trinidad“ verehrt. Der Tempel des Augustus erhob sich stolz in der Nähe der Einsiedelei “Ermita del Amparo“. Das der Sonne gewidmete Heiligtum entsprach mehr oder weniger dem Ort der Kathedrale.

Beim Hospiz stand der Tempel der Geister der Toten, bei der Kirche “Iglesia de Santa Ana“ gab es wohl eine Münzprägeanstalt mit dem Monopol für die Prägung von Geldstücken. Sehr wenig weiß man von den Zeiten der Westgoten. So lange es ging, hielten sich die Bewohner Córdobas treu an die Sitten und Gewohnheiten des bereits verschwundenen Imperiums. Es war der Westgote Leovigild, der die Festung erneut erobert. Aber die Bewohner nahmen kriegerisch Partei für seinen Sohn und Erben, den christianisierten Hermenegild.


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Parador de Cordoba ****
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