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El Saler und sein Parador



 

Magische valencianische Orangenblüten


…von Nachtigallen bewohnter Garten,
duftende Frucht,
Blumenvase,
dies, meine Herren,
ist Valencia.
Zorrilla

Golf direkt am Parador Der Besucher dieses Paradors sollte der lange vergangenen Zeiten der allerersten Urväter gedenken, als die Valencianer hier in Stämmen lebten, die ihr tägliches Leben durch stets gute Jagd und reichen Fischfang bestritten. Vor Jahrtausenden wussten diese Bauern schon Techniken des Aufscheuchens anzuwenden und mit Fallen und Schlingen zu jagen. Bereits in der Jungsteinzeit machten diese ersten Bewohner aus Valencia ihre erste Revolution: Sie lernten, wilde Pflanzen zu Kulturpflanzen zu machen und Tiere zu domestizieren. So entstand die Landwirtschaft und bereits in Ansätzen die Städteplanung. Sie erbauten Dörfer mit bescheidenen Wohnhäusern aus Rohr und Ton, die Vorläufer so vieler anderer Behausungen sein sollten. Später wurden sie „barracas“ (Hütten) genannt und durch den Schriftsteller Blasco Ibañéz unsterblich gemacht.

Valencia wurde, gelehrten Historikern zufolge, von phönizischen Händlern an den Ufern des Tiris gegründet, welcher später Turia genannt werden sollte. Die Eroberung des heroischen Sagunto war für die römischen Legionen alles andere als einfach. In den ersten Jahren der Geschichte werden Schiffbau und Schifffahrt weiter entwickelt. Zeitgleich werden die ersten Bewässerungssysteme eingeführt: so entsteht das bewässerte Ackerland. Die Goten wurden in diesen Gebieten nicht sehr freundlich aufgenommen, sodass diese weiterhin von der Romanisierung geprägt blieben.

Wenig später kamen die Mauren. Damit sollte Valencia, das heutige Valencia, das allumfassende Valencia, erst wirklich entstehen. Neun Jahrhunderte lang waren die Menschen dieser Gegend bei der Arbeit, in der Kleidung und beim Trinken mit Leib und Seele durch und durch arabisch geprägt. Sogar so christliche Monarchen wie Alfons II. von Aragonien und Heinrich IV. von Kastilien kleideten sich mit den typischen dreiteiligen Anzügen der Muslime, den so genannten „ternos“. Und Peter I. von Aragonien konnte oder wollte nur auf Arabisch unterschreiben.

Viele Jahrhunderte waren durchsetzt von Kriegen und Kämpfen zwischen Ungläubigen und Christen, zwischen Christen und Christen, zwischen Mauren und Mauren. Aber dennoch waren es im Großen und Ganzen Zeiten der Toleranz und des Zusammenlebens edler Mischvölker. Die hier beheimateten Muslime hinterließen hier außer ihren Kindern noch so vieles andere, gaben den Dörfern Namen und Farben. Sie machten diese Gegenden erst zu dem, was sie heute sind. Sie lehrten die Geheimnisse der Wissenschaften und der Künste und erfanden das bewässerte Ackerland. Um seine „huertas“ wird Valencia von Nachbarn und Fremden in gleicher Weise beneidet. Nach dem Sturz des Herrschers Almanzor wird die Stadt zu einem mächtigen Taifat, bis sie durch die magische Tizona, das Schwert des Cid, einem mutigen und mythischen Söldner, erneut in die Hände der Christen fällt. Und so wird sie zu Beginn des 12. Jahrhunderts dem aragonesischen König Alfons dem Keuschen gegenüber abgabenpflichtig.

Ein Jahrhundert später treibt der große Eroberungsdrang Jaime I. hierher. Dieser teilt dieses Gebiet und die Städte zu gleichen Teilen und „demokratisch“ mit einem klaren Vorteil für die Klasse des Volkes auf. Er war es auch, der Valencia die Partikularrechte verlieh.

Mit dem Anbruch dieser Zeiten erlangte diese außergewöhnliche Stadt fast ihre heutige Gestalt: Das Profil des heutigen valencianischen Volkes begann, sich heraus zu kristallisieren mit einer neuen, deutlichen Soziologie und einer eigenen Sprache von besonderem und abgrenzendem Charakter. Es sollten sich auch einige klare Tendenzen städtebaulicher, ethnischer und religiöser Art herausbilden: Die jüdische Bevölkerung wurde in der Nähe der Calle de la Mar am Meer angesiedelt. Die Viertel der Mauren, welche das Glück hatten oder listig und findig genug waren, die so genannte Reconquista zu überdauern, wurden schließlich auf das Gebiet des heutigen Marktes von Mosen Sorell in der Nähe des ehemaligen kunsthandwerklichen Stadtviertel Barrio del Carmen begrenzt.

Eine Burg in El Saler Seit Anbruch des 15. Jahrhunderts begannen für die Stadt lange und glänzende Zeiten in Kunst, Kultur und Wirtschaft. Es wurde die mächtige „Taula de Canvis“ gegründet, eine Art regionale und autonome Sparkasse. Auch in der Industrie wurden beeindruckende Fortschritte erzielt: Die valencianischen Textilmanufakturen zogen wichtige Händler aus den reichsten Teilen Europas an. Zur gleichen Zeit wurden einige der charakteristischsten Gebäude der Stadt entworfen: „Las Torres de Serrans“ (die Türme von Serrans), die „Lonja“ (die Warenbörse), die Kathedrale „El Micalet“. Es manifestieren sich die italienisierenden und flämischen Geschmäcker in bedeutenden Skulpturen und Gemälden.

Aber hierher sollten auch die finsteren Zeiten der Heiligen Inquisition gelangen: Das Klima des Terrors war so stark präsent, dass es sogar so herausragende Intellektuelle wie den judaisierenden Humanisten Luis Vives erfasste. Alles in allem hat Valencia immer gezeigt und bewiesen, wie man aus Unglück eine Tugend machen kann: Mit Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt die Stadt wieder zu Reichtum, diesmal durch die Seidenwebereien und Kachelwerkstätten, die noch heute von großer Bedeutung sind. Im Stadtviertel der Seidenweber („velluters“) lebten bis zu 30.000 Arbeiter. Außerdem sollte diese Zeit dank des wohltuenden Einflusses der Befürworter der Französischen Revolution als das glorreiche und glorifizierte Zeitalter der Aufklärung in die Geschichte eingehen. Die Ergebnisse dieser überraschenden Modernisierung konnten sich sehen lassen. So z.B. die „Sociedad Económica de Amigos del País”, die entscheidende Fortschritte sowie praktische Verbesserungen in Industrie und Kultur durchsetzen konnte. Das 19. Jahrhundert zeichnete sich dann durch unerwartete Stürme und ebenso unerwarteten Wohlstand aus: Napoleonische Invasionen, die gegen den Widerstand dieser keltiberischen Völker keine Chance hatten. Es entstanden glücklich die Cortes von Cádiz, welche die unumstößlichen Vorläufer der aufkeimenden, aber noch wackligen Konstitution waren. Darauf folgte die umstrittene und streitbare Säkularisierung der unzähligen Besitztümer der Kirche, die von „frommen“ Händen in eindeutigen und bürgerlichen Besitz übergingen.

Zeiten, die bereits unabwendbar von dramatischen Ausschweifungen und Widersprüchen, von revolutionären Ideologien sowie permanenten repressiven Rückschritten geprägt waren. So begann der Aufstieg der Ersten Republik. Hier in der Levante begann damals der kantonale Aufstand, der sofort von den Truppen des Generals Martínez Campos niedergeschlagen wurde. Und der überwältigende Republikanismus von Blasco Ibáñez, dem demokratischen Führer während dieser stürmischen Zeiten.

Am Ende des 19. Jahrhundert wurde diese Stadt von einigen seltsamen Konstruktionsanwandlungen überschwemmt, die später unter die Bezeichnung „städtebaulicher Modernismus“ fallen sollten. Genauer gesagt handelte es sich um eine städtebauliche Soziologie, die in Bezug auf Formen und Moden Regeln für eine Ästhetik durchsetzte mit einem Gedanken- und Ideologiegut, das damals nur schwer vorstellbar war. Der Modernismus überschwemmte und befruchtete das ganze valencianische Land einschließlich Murcia, dazu Katalonien und andere bescheidenere Orte wie Zamora, Palencia, Toro, etc.

Der Fremde, der das Glück hat, hier zu verweilen, kann die zahlreichen und wertvollen Belege, die diese ewige Stadt am Turia heute noch aufzubieten hat, genießen.


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Parador El Saler ****
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