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Gredos und sein Parador



 

Surprising Geography and remote History


“...Die Lagune von Gredos ist eine riesige Niere
voll klarem und gut gefiltertem Wasser; mit so schönem
und reinem Wasser, dass man Lust bekommt, es zu trinken...“
Camilo José Cela

Parador Gredos von vorn Nebukadnezar, der biblische König Babyloniens, kam bereits hierher, wenngleich man nicht genau weiß, wie. Er gründete die ersten Siedlungen und Städte im Schutz des Friedens und des Reichtums, den diese Gebirge damals bewahrten. „...tief verborgen quollen aus diesen Bergen in der Nähe des Wassers nicht allzu große Steine hervor, die noch mehr glänzten als die alles überstrahlende Sonne; sie waren an Orten versteckt, die nur die dort bereits ansässigen Ziegenhirten kannten...“

Deutlich später kamen die von den Römern als Vettonen bezeichneten keltischen Stämme, die eher widerspenstig als wild waren. Sie lebten von der Weidewirtschaft, der Jagd und der Fischerei in befestigten, nicht allzu großen, jedoch durch Mauern aus großen Steinen einfallsreich geschützten Keltenlagern. Auf ihre Art waren sie kriegerisch und religiös. Sie verehrten mystische Gegenstände oder die für ihren Lebensunterhalt notwendigen Tiere. Sie schnitzten wilde Tiere - Eber oder vielleicht auch Stiere - die noch immer auf diesen Weiden grasen.

Sie kannten den hin- und hereilenden Hannibal aus nächster Nähe, manchmal war er vor und manchmal hinter seinen römischen Feinden, bis schließlich ein gewinnbringender, später brüchiger Friede geschlossen wurde. Als die Legionäre auf der Suche nach Metallen, Sklaven, Pferden und vielem anderem die Silberstraße bauten, war diese für sie von unschätzbarem Wert. Sie hatten gerade die Eingeborenen von Candeleda befriedet; sie hatten bereits Viriatus entblößt, den Freischärler, der in Candelario sein Hauptquartier hatte. In Béjar errichteten sie ein permanentes Lager und eine befestigte Stadt, die stolz edle Familien des Imperiums aufnahm. Sie hatten noch genügend Zeit, um sich in den Kurhäusern von Montemayor der Hygiene und Gesundheit zu widmen. Die dortigen wundersamen Heilwasser stehen noch immer den modernen und erschöpften Reisenden zur Verfügung.

Ziegen im Gebirge von Gredos Drei lange Jahrhunderte lang waren diese Gebirge in der Hand des Islam, wenngleich er keine deutlich erkennbaren Spuren für den Reisenden hinterließ. Jaraíz, Jarandilla und Ambroz sowie später auch Plasencia waren jedoch berühmte Städte. Vor allem aber auch Granadilla, heute ein Eiland, das von den vermutlich noch voranschreitenden Wassern eines künstlichen Sumpfes verschont blieb. Es beherrschte ein mächtiges und ausgedehntes Gebiet.

Der „ungläubige“ Almazor, der berühmteste und gefürchtetste Heerführer seiner Zeit, hinterließ seinen Namen für immer auf dem gebieterischen und beherrschenden Gipfel von Gredos. Die recht vertrauenswürdigen Chroniken berichten, dass sich der berühmte Maure auf seinen Eroberungsraubzügen von diesen Felsen voll mysteriöser Bedrohungen gestört und eingeschüchtert fühlte. Die Ziegenhirten nannten diese Berge „Greos“ (Schreie), wobei sie sich auf die Klageschreie einer schönen, blonden und edlen Nymphe bezogen, die von Zeit zu Zeit wie geisterhaftes Getöse zu hören waren. Sie war eine verzauberte Gefangene im tiefen, dunklen Wasser eines Sees, der dort in der Höhe von Drachen bewacht wurde.

Bernaldo de Quirós, Chronist der süßen 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, berichtet, dass sich der furchtlose Almanzor von einigen seiner gefangenen Ziegenhirten bis zu jenem See führen ließ, um der schönen Nymphe zu Hilfe zu eilen: “... jedoch wartete der siegreiche Maure vergeblich auf das rätselhafte Wehklagen des Sees. Damit er nicht enttäuscht würde, entschieden sich die Bergleute dazu, die Chöre der in den Felsspalten schlafenden Echos zu wecken, indem sie mit tiefer Stimme, die Hände zum Sprachrohr geformt, einen einstimmigen, wilden Schrei gegen die schwarze Felswand warfen. Der Berg antwortete, als ob er zerreißen würde. Bis zu sieben Mal und sogar öfter wiederholte das Echo aus dem Jenseits den barbarischen Schrei...“

Der Siegreiche erlitt eine derartige Verwirrung und Verstörtheit, dass er seinem Pferd die Sporen gab, bis er oben auf dem höchsten aller Gipfel war. Seit damals und bis in alle Ewigkeit werden der Felsen und der runde Gletscher der Lagune „Platz des Mauren Almanzor“ („Plaza del Moro Almanzor“) genannt.

Damals war dieses Gebiet weder richtig maurisch noch christlich: Es gab ein mühseliges Zusammenleben, immer im Grenzbereich, aber dennoch entstanden hier Dörfer und Städte im Schatten der Riten und Gebräuche, die die Moscheen, Kirchen und Synagogen vorschrieben.

Fast gegen Ende schließlich übernahm Ferdinand I. die Herrschaft in diesem schwierigen Gebirge, ohne viele Taufen vorzunehmen. Er brachte eher altmodische als alteingesessene Christen aus anderen, nicht so verrufenen Gebieten des Nordens hierher. Er überhäufte sie mit Privilegien und Sonderrechten.

Toledo war lange Zeit die mächtigste und einflussreichste Hauptstadt all dieser und anderer Gebiete, es war das Reich von Al-Mamún, bis es für immer von Alfons VI. erobert wurde. Die arabischen Gemeinden wurden christlich, zweckmäßig und opportunistisch zwischen den edlen und kämpferischen Rittern aufgeteilt: Die López Dávalos, die Beltrán de la Cueva, die Álvaro de Luna, die Álvarez de Toledo, das Geschlecht Casa de Alba u.a. waren ab dem 12. Jahrhundert Herren über Plasencia, Piedrahita, Guisando, Barco, Cebreros, Arenas...

Die schöne Umgebung des Paradors Vielerlei Orte lassen sich von diesem „Rückgrat des Almanzor“ (Unamuno) aus erkennen, das dem baskischen Metaphysiker in Salamanca erstaunlich gut zu der unerschrockenen Diagnose verhalf: „Wie weit ist doch Kastilien!“ Nach sturer, aber gemächlicher Christianisierung brauchten diese Gipfel andere, modernere Eroberungen voll angenehmer Erholung, Abenteuer und erfreulicher literarischer Tätigkeiten, jedoch nie ganz ohne Mysterium und Legenden. Aber bald schon legte der berühmte Kodex des Papstes Kalixt II. unfehlbar den Ursprung der Lagune fest, als Kaiser Karl der Große hierher kam, um die mythische Stadt Lucerna zu erobern. Der mächtige und bis dahin unbesiegte Kaiser musste den Apostel Santiago um Gnade anflehen. Und das Wunder geschah: „die unbesiegten Mauern von Lucerna fielen in sich zusammen, erschüttert von einem starken Erdbeben. Die Erde erhob sich in feurigen Granitwellen gen Himmel, die langsam abkühlten und zu eindrucksvollen, schroffen Gebirgen erstarrten. Und damals entstand weit oben ein sehr dunkler See, in dem sehr große und schwarze Fische schwammen...“ So blieb das phantastische Lucerna vielleicht für immer unter dem Wasser dieses Sees begraben.

Heute noch kann der misstrauische Pilger ehrerbietige Berichte von manchen Alten aus Ávila hören, so wie diesen, der dem reinen Madoz zu Ohren kam: „...dort leben die komischsten Klabautermänner oder Wichtel; dort gibt es auch Hexen und Geisterbeschwörer, die täglich die eigenartigsten Schauspiele darbieten, ohne dass die Lächerlichkeit und die Absurdität dieser Vorgänge ausreichen würde, um die Befürchtungen jener Einheimischen auszurotten, die allem, was vom See herkommt, mit einer panischen Angst gegenüber stehen ...“.

Und selbst noch in der Umgebung von Hoyos de Espino, am Pass von Pico, oder auf dem Weg von Barco nach Piedrahita will man den Reisenden davon überzeugen, dass der geheimnisvolle See einen Geheimgang besitzt, der ihn direkt mit dem Meer verbindet, ohne die Notwendigkeit, seinen Verlauf mit dem des Flusses Tormes zu teilen, der hier in der Nähe entspringt.

Der erste Entdecker dieser Gebirge war George Borrow, als er hier vorbei kam, um seine berühmte Bibel zu verkaufen: „... in ganz Spanien gibt es kein anderes Gebirge wie dieses, mein Herr; es hat seine Geheimnisse und Mysterien. Man erzählt sich viele eigentümliche Dinge von diesem Gebirge und von dem, was in seinen Tiefen verborgen liegt. Viele haben sich in ihm verirrt. Man erzählt sich, dass es tiefe Seen gibt, in denen Monster hausen, oder etwa dicke Schlangen, die länger als eine Kiefer sind, und Seepferdchen, die manchmal herauskommen und tausend Dinge geräuschvoll zerschlagen...“.


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Parador de Gredos ***
  Landkarte