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Lerma und sein Parador



 

Lerma: Herzogtum adliger, frommer und luxuriöser Bestrebungen


Dies ist die größte und edelste Stadt
Unter allen Städten in ganz Spanien…“
(Lucio Marineo Sículo, Chronist (16. Jhdt.) ihrer Majestät für die denkwürdigen Ereignisse Spaniens).

Der Parador Lerma Und so wurde das kleine unscheinbare Dorf Mitte des 16. Jahrhunderts auf eindrucksvolle Weise in das Zentrum der Macht der Spanischen Könige verwandelt. Keiner der Monarchen der Habsburgerdynastie sollte der barmherzigen Frömmigkeit so zugetan sein wie König Philipp III.. Gleichzeitig gab es aber auch keinen, der den religiösen und profanen Feiern so zugeneigt war wie eben dieser. Der Herzog von Lerma, der seiner königlichen Majestät würdig war, wusste seine privilegierte Stellung zu nutzen und erzielte große Gewinne. Die Geschichte kann nicht abstreiten, dass der Herzog vielleicht „der“ Mann des modernen spanischen Staates der damaligen Zeit sein sollte: er wusste um die Notwendigkeit, die architektonischen Interessen der politischen Zweckmäßigkeit unterzuordnen. Und dies alles inmitten mehrerer imperialistischer Häuser, die zwar übermächtig, doch auch verarmt waren. Dazu äußerte sich André Navagero, der Botschafter der venezianischen Republik, klar und deutlich gegenüber Kaiser Karl V.: zu jenen Zeiten lebte man in dieser Region: „...con alguna menor severidad que en el resto de Castilla...:tenía abundancia de pan, de vino, de carne y de todas las demás cosas necesarias para la vida..“ (…mit etwas weniger Strenge als im übrigen Kastilien…: es gab Brot, Wein, Fleisch und alle weiteren, zum Leben notwendigen Dinge im Überfluss...)

Die ersten Siedler dieser Gebiete waren keltische Stämme mit nordischen und ungewöhnlichen, aber nicht barbarischen, Bräuchen. Sie folgten Verhaltensregeln, die nicht immer von den zahlreichen anderen Stammesverbänden geteilt wurden, die sich hier einrichten sollten. Fast bis in die Anfänge unseres Zeitalters hinein waren die kaiserlichen Legionen nicht in der Lage, diese unbequemen und widerspenstigen Nachbarvölker, die ein starkes Interesse an ihrer Unabhängigkeit hatten, zu unterwerfen. Auch wenn es nicht als gesichert gilt, so stimmen die Historiker doch darin überein, dass diese ganzen weitläufigen Gebiete im kastilischen Norden nur sehr wenig durchlässig gegenüber jeder Art von äußeren Einflüssen waren.

Um das 5. Jahrhundert bereits zu großen Teilen christianisiert, mussten diese, noch immer kargen und rauen Einwohnerschaften, die barbarischen Invasionen der Sueben erleiden. Später kamen die Arianer von „Eurico“, die zur Entstehung von Lebensarten und Gewohnheiten eines hispanisch–westgotischen Lerma beitragen sollten.

Man begann die karge Siedlung mit einem Bau zu konsolidieren, der eher einer Kapelle als einer Kirche gleichen sollte und der wahrscheinlich von der Diözese von Osma oder von Burgos abhängig war.

Durch die Initiative und die Auflage des Konzils von Toledo (6. Jahrhundert) sollte ein bedeutender Teil der neuen Anwärter zum Christentum übertreten. Die Siedlung wuchs in ungeordneter Weise zu Füßen des Turms des Lehnsherren. Beschützern und Beschützten war gleichermaßen auferlegt worden, zum gegenseitigen Nutzen, für Verteidigung und Produktion zu sorgen. Damals ermöglichten die fruchtbaren Böden des mittlerweile schon fast zur Kleinstadt angewachsenen Lerma florierende landwirtschaftliche Aktivitäten und nicht wenige der Einwohner lebten auf ruhige Art und Weise in sehr bescheidenen Behausungen.

Erstaunlicherweise kann man bei diesen Regionen nicht mit Gewissheit sagen, ob es auch hier das so fruchtbare Zusammenleben mit den Arabern gegeben hat. Aber es steht fest, dass viele dieser breiten und langgezogenen Gebiete aufgrund von kriegerischen Bestrebungen und ihrer Grenzlage praktisch zu Wüsten gemacht wurden.

Wenig später, mit Beginn des 9. Jahrhunderts, begann man mit der erneuten Bevölkerung dieser verwüsteten Grenzgebiete bzw. strategischen Gebiete, welche bald den Rahmen der relativ willkürlichen kastilischen Grenzen bilden sollten... Wenn auch unter Mühen, erlebte das Gehöft von Lerma zu Beginn des 10. Jahrhunderts allmählich ein beinahe heftiges Bevölkerungswachstum. In den Anfängen Kastiliens war dieses Lerma beschützt und beschützte das abwechselnde Kommen und Gehen der Mauren und Christen. Es war Teil der Kriege und Verschwörungen zwischen Adligen, Königen und mächtigen religiösen Kräften und errichtete eine bedeutende Festungsburg. Dennoch konnte es sich der einen oder anderen arabischen Invasion nicht erwehren und wurde schnell erobert.

Der Parador Lerma mit seinem Kirchturm Es kommen die mutigen Krieger des mythischen Fernán González, Graf und Gebieter, sowie beinahe Herrscher über ganz Kastilien, und es herrschen erfreuliche und fruchtbare Zeiten des Friedens. Dieses Lerma, mittlerweile bereits eine Stadt, wächst durch ferne Grenzen und verwandelt sich in eine starke und mächtige Grafschaft aufgrund wohlwollender königlicher Entscheidungen.

Dennoch sollte diese Stadt noch Zeuge des letzten Aufbäumens des tapferen und zu fürchtenden „Almanzor“ werden, welcher der Stadt „ grandes castigos y notables daños“ (großes Leid und Schaden) bereitete. Die arabische Bedrohung gebannt, litten diese Menschen unter den Machenschaften der Christen, die auf der Suche nach Land oder vielleicht gewinnträchtigen Vorteilen waren. Häufig die einen gegen die anderen. Oder viele gegen die eigenen Monarchen: Unter Adligen, Höflingen und den königlichen Familien gab es Verschwörungen und Verbrechen jeglicher Art... Nach den ausgedehntesten und edelsten Treulosigkeiten wurde Lerma in das Königreich Navarra eingegliedert, wenn auch nicht für lange Zeit.

Es ging sogar so weit, dass in dieser Gegend ein großer Mangel und so starke Armut festgestellt wurden, dass in den letzten Jahren des 12. Jahrhunderts von der „fambre de aquellas tierras“ (dem Hunger jener Regionen) gesprochen wurde.

Und so bildeten sich tiefe und andauernde Konflikte zwischen anmaßenden Adligen und ehrgeizigen Aufsässigen auf der einen Seite und den, im Glauben an ihre Krone, arglosen und durch ihre Höflinge hypnotisierten Monarchen auf der anderen Seite.

Der dramatische Konflikt zwischen den mächtiger werdenden Lehnsherren und den Könighäusern wurde schließlich von König Alfons XI. gelöst, der die Stadt belagerte und am Ende bezwang: ...“ e mandó derribar los muros de Lerma, et allanar las cavas...“ (und er bestimmte, die Mauern um Lerma einzureißen und die Burggräben zu beseitigen).

Von diesem Moment an war die Machtfrage geklärt: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts änderte der Graf von Lerma letztendlich in einem Anflug der Vernunft, angesichts der politischen Umstände, entschieden seine militärische Berufung in andere bescheidenere Strategien; er akzeptierte die königlichen Entscheidungen, nachdem Don Francisco Gómez von Sandoval y Rojas das Majorat des Hauses als IV. Graf von Lerma und V. Markgraf von Denia bekommen sollte.


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Parador de Lerma ****
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