Sie sind hier: Spanien / Andalusien - Paradores - Limpias und sein Parador

Limpias und sein Parador



 

Limpias: Unauslöschliche Durchsichtigkeit


So liebe ich die Tage an meiner Küste:
mit der Sonne, einem Flackerfeuer gleich,
und stillen, totenstillen Wellen)
(Jesús Cancio, Kantabrischer Dichter)

Der Parador Limpias Ungefähr 15 oder 20 tausend Jahre sind vergangen, seit der erste Volksstamm in diese kantabrischen Täler kam. Damals kamen die Stämme, die von einem engen Küstenstreifen, der Cornisa Cantábrica, aus zuwanderten, auf der Suche nach Jagdwild: Das Klima war sehr kalt, beinahe eiszeitlich. Sie ernährten sich vom Hochwild, das sie erjagten, den Rehböcken und den Wildschweinen...

Alles, was sie zu ihrer Verteidigung besaßen, waren Lanzen und andere primitive Waffen; bei ihren Kriegen und ihren Wanderungen bestand das größte Problem darin, die Kinder und die alten Leute, die nicht an die bislang unbekannten Temperaturen gewöhnt waren, zu befördern: sie waren die Hüter des Heiligen Feuers, das für Wärme und warmes Essen sorgen musste.

Zwangsläufig bildeten die Jüngsten die Nachhut. Sie mussten sich gegen den starken und unerbittlichen Wind aus dem Nordwesten schützen, der noch dazu feucht und kalt war. Als sie das Meer erreichten, merkten sie, dass sein Wasser salzig war. Sie konnten ihren Durst nicht stillen. Irgendwann allerdings fanden sie Nahrung: Damhirsche und anderes Wild; und im Meer Algen und Miesmuscheln... Damals entdeckten sie das Feuer; die so nützlichen Herdstellen, um das Jagdfleisch zu braten; auf jeden Fall Damhirsch und manchmal sogar einen Wisent. Und die Fische leuchteten golden in der Glut: sie fühlten sich wie im Paradies.

Säulen des Paradors Es fiel ihnen auch nicht schwer, Nischen, Grotten oder Höhlen in den Felsen zu finden, wo sie ihre Wohnstätten errichten konnten. Nach den ersten Leuten von Santander kamen andere Stämme, die mit den bereits ansässigen Bewohnern kämpfen mussten, um das Gebiet zu besetzen. Diese Umgebung nannte sich „kent-áber“, die Ecke des Meeres. In der Bucht fischten sie mit Booten, hergestellt aus Häuten, die über ein Gefäß aus Korbgeflecht gezogen und mit Teer befestigt wurden. Sie lebten in befestigten Lagern. Gleichzeitig organisierten sie die Bewachung der Küsten mit permanenten Wachposten.

Es waren sehr effektive und sichere Orte. Trotzdem reichte all dies nicht aus: Eines Tages kamen viele, sehr viele Eindringlinge. Sie trugen Helme und Lanzen, waren gut ausgestattet und rückten mit Pauken und Trompeten vor: Es fehlte ihnen nicht einmal an ballistischen Geräten, mit denen sie zerstörerische Steine schleudern konnten. Es waren keine Stämme mehr, sondern es waren zahlreiche ausreichend ausgerüstete Armeen, um mutige, widerspenstige Dörfer, denen es jedoch an Mitteln für die Selbstverteidigung mangelte, dem Erdboden gleich zu machen...

Bevor sich die Einwohner überhaupt darüber klar werden konnten, was eigentlich im Tal geschah, war dieses schon von Blut durchtränkt: Die Römer waren da, die unabhängigen und übermächtigen Eroberer des damaligen Europas...

Die Schifffahrt wurde entwickelt: man begann mit dem Abbau und dem Transport von Zinn und Kupfer bis hin zu so geschätzten Nahrungsmitteln wie Wein und Öl, die bis nach Gallien und Britannien gelangten... Es vergingen viele weitere Jahre und die Verfügungsgewalt lag in den Händen der Germanen, im Dienst von Rom. Aber um das Jahr 711 verbreitete sich die Nachricht vom Tode Roderichs und diese Ursprünge der Halbinsel gingen verloren.

Unter den vielen Routen des Jakobswegs gibt es in diesen Gegenden von Kantabrien verschiedene Wege, die die Pilger benutzten, z.B. den Küstenweg von West- bis Ostkantabrien über die alte Straße von Agrippa. Ein anderer Weg führte von Süden nach Norden über den Ebro und anschließend durch das Tal von Besaya.

Von den Seewegen wurde häufig Gebrauch gemacht, allerdings drohten ständig Angriffe von Wikingern oder Normannen. Daher stammen die „Cuatro Villas“ (Vier Städte): Castro, Laredo, Santander und San Vicente waren privilegierte Häfen, die noch eine wichtige Rolle spielen sollten. Im 12. Jahrhundert kam Al Idrisi über den Seeweg.

Vom 11. bis 12. Jahrhundert fielen die Wikinger und die Normannen von der Küste aus ein. Die Gefahren für den Hafen von San Emeterio kamen nun nicht mehr aus dem Süden, sondern mehr und mehr aus dem Norden über den Ozean. Man vermutet, dass die dortige Befestigungsanlage auf Anweisung von Alfons I. errichtet wurde, um sich vor maurischen Unruhen zu schützen...

Im Jahre 1187 verlieh Alfons VIII. Santander die Partikularrechte: Er befahl, die Mauern der Stadt und die Abtei wieder aufzubauen. Seitdem unterstand die Stadt nur der Krone. Die Bewohner waren freie Bürger und unterstanden nicht der Macht der Großen Herren.

Aber es waren die Häfen, die die Städte letztendlich so bedeutsam machten. Dort zeigten sie ihre Stärke: Im 13. Jahrhundert expandierten sie wirtschaftlich enorm, was zur Machtvergrößerung der kastilischen Marine im darauf folgenden Jahrhundert führte. An den Häfen zeigten sich die vier Städte Santander, San Vicente, Laredo und Castro Urdiales in all ihrem Glanz. Hartgesottene Seemänner, oft Walfänger, arbeiteten hart auf diesen Meeren und es sollte ihnen gelingen, bedeutende Fabriken zu errichten: Es waren Zeiten flüchtigen Reichtums.

In Santander wurden durch bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen im späten Mittelalter Familien durch sehr gewaltsame Kämpfe gespalten. 1466 übergab Heinrich IV. die Sonderrechte der Stadt an den Zweiten Markgrafen von Santillana, was zu ernsten Gewaltausbrüchen führte.

Fast alle diese Gebiete fühlen und erleiden undefinierbare Berufungen und rühmen sich ihrer. Jedes einzelne von ihnen ist unsagbar reich: Die einen wegen des Fischfangs, andere aufgrund ihrer Eigentümlichkeiten wie exklusive Kunst oder Kunsthandwerk oder einzigartigen Bräuchen, die nur schwer weitergegeben werden können.

Und zudem sind alle diese friedlichen Landstriche ruhige Pufferzonen. Fügsam, aber keinesfalls stumm. Die Menschen sagen, was sie denken, aber sie denken, bevor sie urteilen. Es sind Menschen mit reicher Kultur, oftmals ein wenig rau wie das Klima... Aber enorm gastfreundlich: Sie gehen so weit, sich vor den Fremden mit ihren eigenen oder geliehenen Ikonen zu brüsten; so sehr, dass sogar die Heilige Inquisition sich wieder einbürgern könnte bei diesen Sitten und Gebräuchen von so zweifelhafter Orthodoxie.

Diese Dörfer sind in den unzähligen Einzelheiten des Alltags so reich wie vielfältig und bunt: Fast nur der Reisende wird sie unterscheiden können.


Zum Parador de Limpias geht es hier...


 

Parador de Limpias ****
  Landkarte