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Manzanares und sein Parador



 

Drei Jahrtausende alte Kulturen schauen auf uns herab


Parador de Manzanares

“Es gibt nur zwei Abstammungen auf der Welt
so sagte eine meiner Großmütter,
und die sind das Haben und das
nicht Haben”.
( Cervantes )

Miguel Cervantes war sehr wahrscheinlich der beste Ingenieur den es je gab und wird es wohl auch bleiben: er war außergewöhnlicher und traumhafter Reisender und Maler (nur mit der Feder) von Landschaften und Gegenden, die vielleicht sogar ihm selber fremd waren. Aber er war, wie es damals häufig der Fall war, kämpferisch und abenteuerlustig. Und ein ausgezeichneter Beamter, er hatte Monarchien und hohen Adel als Mäzenen, die zu jener so notorischen Zeit viel mehr herausgeputzt als erlaucht waren.

Über die Jahrhunderte hinweg war La Mancha eine fremdartige, grenznahe Region und tolerant zwischen den Grenzen der römischen, jüdischen, maurischen und christlichen Invasoren. Bescheiden gestattete sie die Festigung von ausgedehnten und rauen Territorien. Bereits kurz nach Beginn der Geschichte verwandelten sich diese Wege, diese Menschen von Eroberten zu Eroberern von Bräuchen, Lebensweisen und Gewohnheiten. Recht bald wurden sie zu den römischsten Gebieten des Imperiums, später wurden sie zu fruchtbaren Wiegen der arabischen Kultur, schließlich wurden sie als störrische Eroberer hinzugewonnener Gebiete, für alle Zeiten für die Christenheit geheiligt. Sie waren fromme kriegerische Ritter der Templerorden.

Es war ein Weltwunder mit beinahe erstaunlichen Zügen. Unter der wohlwollenden Unterstützung Toledos, Jahrhunderte lange Hauptstadt des jenes spanischen Königreiches, die das politisch-religiöse Zusammenleben und Einverständnis bis zum 16. Jahrhundert förderte, aber nicht nur das: es festigte sich ein Zusammenströmen von Bräuchen und Lebensformen, sowie Moden des Seins und des Daseins.

Vom Wollen und Wissen des nebeneinander Lebens, aber nicht des sich Vermischens. Die verschiedenen Religionen wurden untereinander respektiert. Eigene Riten und Sprachen, jedoch mit gemeinsamem, oder zumindest toleriertem Leben und Gebräuchen. Es gab natürlich nachbarschaftliche Grenzen: verschiedene Religion, Wirtschaft, soziale Klassen. von abgegrenzten Gewerben, Städtebau, getrennten, jedoch nicht abgeschnittenen Vierteln. Unterschiedliche Kunst und Kunsthandwerk, Sprache und Gastronomie. Im Allgemeinen jedoch innerhalb eines stillen tolerierten Verstehens...

Toledo war somit der strahlende Leuchtturm für Kulturen und Mächte. Nicht zufällig wurde hier die Übersetzerschule von Toledo eingerichtet, geistige Werkstatt, die die gesamte Kunst und das gesamte Wissen der Halbinsel fördern, leiten und durchdringen sollte, und dies mit der weisen Unterstützung des Königs Alfons X., der nicht umsonst „der Weise“ genannt wurde.

Heute besitzen wir prähistorische Informationen die den Beginn dieser Kulturen zeigen und bestimmen: architektonische Reste und ausreichend Höhlenmalereien, die Gewohnheiten, Riten und Gewerbe aufzeigen.

Alles oder zumindest vieles zeigt drauf hin, dass die ersten Bewohner aus anderen Gebieten sich von wilden Pflanzen, Wurzeln, Beeren und anderen zahlreichen Nahrungsmitteln, die sie hier direkt vorfanden, wie Gemüse, Obst und Eier. Nicht ohne Bewässerung, nach zahlreichen Versuchen, schafften sie es den Nährwert des Honigs, der Beeren und der Tiere der Frühlingsbäche zu entdecken. Erdschwämme, Trüffel oder andere Pilze.

Es vergingen wohl Jahrhunderte bevor diese ersten Siedler die unumgänglichen Vorzüge eines so grundlegenden Minerals wie das Salz entdeckten: ein magisches Zaubermittel, das in der Lage ist die Güte der irgendwo gesammelten oder gejagten Grundnahrungsmittel über lange Zeit hinweg zu erhalten. So, mehr oder weniger, lernten sie Fleisch und Fisch zu konservieren: Es entstanden die Fischkonserven und das in Salz getrocknete Fleisch, das sogenannte Salzfleisch („Tasajos“) und das Pökelfleisch („Cecinas“).

Mit der Zeit, vielleicht durch Zufall, trauten sie sich die Milch zu probieren, die sie in einfachen, notwendigerweise gegerbten, Behältern, wie Ledertaschen aufbewahrten. Wenig später entstand der Käse...

Parador de Manzanares Tor

Schließlich kamen die Kenntnisse und die Vorzüge des Feuers, eine magische und mystische Waffe, erfolgreich und unerlässlich gegen eine aggressive Tierwelt, aber auch eine Handvoll Techniken und Technologien, die unumgänglich waren um die Metalle zu gestalten, um Keramikgefäße zu erfinden, um die Hütten zu wärmen... oder um Nahrungsmittel zu kochen. Und vor allem auch die Wärme des Heimes, die das Wunder der Familie vollbrachte, das heißt die Verständigung zwischen den Mitgliedern des Clans. Es entstanden reichere und ausdrucksfreudigere Sprachen; gleichzeitig wurden Erfahrungen, Beziehungen zwischen den Stämmen und neue Lebensweisen weitergegeben.

Schließlich entstand das Brot, damals noch, nach dem was Strabon festhielt, aus gemahlenem Eichelmehl hergestellt: „Es wurde eine Art Teig hergestellt, den sie in eine Tasche legten, danach mit Asche und diese wiederum mit der notwendigen Glut bedeckten, um den Teig zu backen...“.

Inzwischen strich die Zeit langsam aber intensiv dahin. Nahezu überall hier am Mittelmeer legten exzellente Seeleute an diesen iberischen Küsten an, kamen die verschiedensten Besucher. Die einen waren Piraten, auf der Suche nach den Reichtümern der Insel, insbesondere die zahlreichen Erzvorkommen (Zinn, Gold und Silber), damals die begehrteste Beute. Aber auch der reiche Fischfang war damals eine begehrte Beute für die hellenischen, griechischen und römischen Völker.

Sowohl die einen als auch die anderen Invasoren dieser Iberischen Halbinsel hinterließen ihr Erbe und ihre Gebräuche, die die rechtliche Basis für das Verhalten jener iberischen Völker sein sollte. Die Römer setzten Regeln, Gesetze und Landrecht durch, aber auch Techniken und Technologien. Sie bauten Verbindungslinien, Wege und befestigte Straßen, die in der Lage waren die wichtigsten Städte der Halbinsel zu verbinden. Außerdem errichteten sie auch bedeutende öffentliche Gebäude: Brücken, Viadukte, Staumauern... und ummauerte Städte.

Die arabische Invasion, die acht Jahrhunderte lang offenkundig war brachte Sitten, Ideen, Kunst und Kunsthandwerk mit sich, sowie Bewässerungsanlagen, Mathematik, Geometrie, Astronomie... und viele andere Gewerbe mit Künstlern mit erstaunlichem Geschmack, Techniken und Effektivität. So etwa der Mudejarstil, die Gipsereien, und mehr und mehr exzellente Filigranarbeiten.

Ohne jedoch die tatkräftige Anwesenheit der Juden zu vergessen, die etwas im Hintergrund blieben, jedoch deutlichen Einfluss auf die höchsten Machtinstanzen ausübten: sie waren Steuereintreiber, Geldverleiher und Berater von Adligen und Königen...

Um die Zeit der Katholischen Könige und durch den Druck des Volkes, wurden die Mauren und Juden leider aus diesen Landen vertrieben. Unvermeidliche Folge war eine wirtschaftliche Krise, von der man sich nur langsam und schwierig wieder erholte...


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