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Mojacar und sein Parador



 

Mojacar: Weißes Maurenviertel


“...Im Westen ist die Sonne des Kalifats aufgegangen,
sie erscheint im Glanz der beiden
Oriente, damit sie mit ihrem Licht
die ungläubige Finsternis vertreibe “.
Abderraman III

Der Parador Mojacar So viel man weiß, gab es in Mazarrón, an einem verlorenen, entlegenen und von den natürlichen Korridoren der Gegend weit entfernten Ort Steinzeitmenschen. Hier, in der Höhle „Cueva del Algarrobo“ hinterließen die primitiven Siedler viele zerstückelte Werkzeuge. Sie laden die Archäologie dazu ein sich eine Gesellschaft vorzustellen, die sich so wenig wie möglich bewegt, die mit dem überlebt, was in der Nähe ist, ihre Bewegungen plant und die Siedlung nur verlässt wenn die Jahreszeit dies erfordert.

Das Gebiet der Südostküste ist so extrem und unwirtlich, dass die Neusteinzeit beinahe völlig daran vorbeigeht. Die Menschheit ist bereits in der Lage den Weizen zu bewässern, so um das 3. Jahrtausend vor Christus, als sich ein paar kleine Gemeinschaften in Mojacar blicken lassen. Sie errichten die Siedlung auf dem Höhenrücken „Loma de Belmonte“ und nutzten die Überschwemmungen des Flusses Antas. Das Mittelmeer kam später und nicht als Lebensgrundlage, dafür sorgten bereits Stein, Axt, Jagd, danach die Erde und der Weizen, sondern als „Via Apia“, Verbindungsstraße für Kulturen, zur Bestäubung der iberischen Zivilisation. Zu jenem Zeitpunkt verwenden die frühesten Menschen aus Almeria Sandstein und Steine zum Töten, Auseinandernehmen, kratzen und mahlen. Die Kupferobjekte sind primitiv: Stichel, flache Äxte, Dolche und Messer. Es gibt keine Ringe. Die Keramik ist glatt, grobe Schüsseln, Teller aus rotem und gelbem Ton.

Eineinhalb Jahrtausende später findet man in der Ausgrabungsstätte von El Agar, die vom Fluss umspült wird, das Bindeglied, das das Entstehen einer neuen Zivilisation ankündigt. Die Menschen des Neolithikums haben sich in einer anderen Linie ausgebildet, die sichtbar weiter entwickelt ist. Ihre Gesellschaft haust auf befestigten Anhöhen. Die landwirtschaftliche Kultur ersetzt damals in dieser Region die Megalithische. Ein außergewöhnliches Ereignis, das nur auf den Südosten Andalusiens beschränkt ist und von der mittleren Bronzezeit bis etwa tausend Jahre vor Christus dauerte. Genauer gesagt bis, angesteckt durch das Mittelmeer, die neue iberische Gesellschaft erscheint, die Argar-Kultur. In Almeria gibt es viele interessante Ausgrabungsstätten aus jener Zeit. Der Bauer der Argar-Kultur, eingehüllt in seinen violetten Umhang, zog es vor das Land zu bearbeiten, anstatt das Vieh zu hüten. Er lebt in einer großen Gemeinschaft von mehreren Hundert Personen, sicher hinter Mauern und dem aufmerksamen Blick von seinen Aussichtstürmen. Die Häuser sind zweistöckig, mit Flachdach aus Ton, eindeutige Vorgänger der Häuser des Gebiets der Alpujarras.

Die langhaarigen Menschen der Argar-Kultur, hatten in der Nähe Minen, in denen sie Silber, Gold und andere Metalle, wie Zinn, Kupfer (zur Bronzeherstellung) und Eisen abbauten, mit denen sie bereits Armreife und Ringe, sowie Hellebarden herstellten. Die Nekropole befindet sich mitten in der Siedlung. Die sozial hochstehendsten wurden in Stein- oder Tonsärgen, die sie „Pithoi“ nannten, begraben. Bei der Keramik wurde das Brennen und die Endverarbeitung verfeinert. Parabelförmige Schüsseln, tiefe Becher, Kelche mit hohem Fuß, Teller und Tassen, alle schwarz, glatt und so blank, dass man meint sie sind aus Metall. Während der zweiten Epoche dieser Zivilisation zieht man das Silber dem Gold vor. Damals kamen zweifellos auch Menschen aus dem östlichen Mittelmeer hierher, die von den Minen und Schmiedearbeiten angelockt wurden; sie wurden durch die flachen Äxte mit gebogener Klinge und die Armbänder mit Bogenschützen, die überseeische Krieger darstellten, bekannt.

Die Schätze Mojacars Das Eintauchen der Völker der Bronze in die griechische Kultur der angehenden und vorherrschenden hellenischen Kultur, kann man in der Art der Gräber verfolgen. Die Überbleibsel und Metalle dieser geöffneten Zivilisationen verbleiben im Substrat der beginnenden iberischen Zivilisation. Die zahlreichen Spuren von Griechen, Karthagern und Römern, die es in ganz Andalusien gibt, sind in diesem Gebiet Almerias selten. Die römische Besiedlung in Mojacar wird durch eine Ziegelbrennerei und ein paar landwirtschaftliche Niederlassungen nachgewiesen.

Die Bedingungen dieses extremen Gebietes, sein reicher Untergrund, seine ausgetrocknete Oberfläche, durch eine Sonne, unter der nur wenig lebt (Echsen, Eidechsen, Feigenkaktus und der in seiner Höhle verkrochene Mensch), bleiben unverändert, während die Geschichte vorbeizieht. Es vergingen einige Jahrhunderte, genauer gesagt neunzehn, bis die Minen, die Griechen und Phönizier anlockten und die Kultur der Argar und Iberer aufblühen ließen und somit ihr verlorenes Reich zurückgewinnen konnten. Das drittgrößte Eisenvorkommen der Provinz befindet sich im Nachbarort von Mojacar, in Bendar.

Die Ebene und die wüstenhafte Dürre der Provinz Almeria, verwandeln sich im 20. Jahrhundert in Kinoschauplatz und im 21. Jahrhundert in Museum. Die außergewöhnlichsten Merkmale konzentrieren sich auf die Wüste von Taberna: Physische Feindseligkeit, nahezu völlige Abwesenheit von Leben, weiße und graue Trostlosigkeit, die sich in die trockenen tellurischen Flussbette einschneidet. Und hier der ästhetische Horizont, durch den man die Schönheit der Seele Almerias begreift.

Es ist nicht verwunderlich, dass es die Araber waren, die den besten Nutzen aus diesem, dem ihren derart verwandten, Gebiet schlagen konnten, in dem sie es mit Wissenschaft und Poesie füllten. Im extremen Westen der islamischen Welt, stand zu Beginn des 8. Jahrhunderts das uneinnehmbare Mojácar, das zum Bezirk von Tudmir gehörte. Es war zunächst dem Kalifat von Damaskus treu und später, ab 917 dem Kalifat von Cordoba. Damals war die ursprüngliche, alte Siedlung ein befestigter, grenznaher Ort, der sich mit Festungen, Türmen und Burgen verteidigte, die auf das Meer hinabsahen und es nicht aus den Augen verloren. Die Verlegung der Stadt ins Landesinnere, zu Beginn des 13. Jahrhunderts, gibt zu den verschiedensten Spekulationen Anlass. Manche Historiker sehen die Quadersteine der Festung fallen, die Verstecke der Ungläubigen zusammenbrechen, sie selbst, die Männer und Frauen in irrigem Glauben, fliehen ins Landesinnere, von der Erde erschüttert, die unter ihnen wegbricht und durch ein, vom christlichen Gott heraufbeschworenes, Erdbeben Risse bekommt. Andere Erklärungen deuten auf eine Suche der Bevölkerung nach einem besser geschützten Siedlungsort. Was unbezweifelt ist, ist, dass Mojácar, trotz seiner abgelegenen Lage, weit entfernt von den historischen Ereignissen, einen der bedeutendsten Brunnen des Reiches von Granada hatte.

Schönheit, Harmonie und Zivilisation sind alle Echo, Wiederholung, Klangausströmung und Lichtstrahlen, die das Wasser bewegen. Das Wasser war schon immer Leben und Tränke von Völkern, es erreicht im arabischen Bewusstsein einen Ursprungscharakter. Seine gute Einteilung ist eine Gesundheitsgarantie. Wenn sich die Araber in Mojácar niederlassen, dann nur deshalb weil es eine sichere Möglichkeit der Wasserversorgung gibt. Der Brunnen der zwölf Rohre und der von den Romantikern so gelobten Figur, der Schönen aus Mojácar, die den Krug auf dem Kopf trägt, sind Reste jener verwurzelten ruhigen Liebe zum Wasser und seinem Blumensegen. Margariten, Myrthe, Kamille sind einige der bevorzugten. “Von all den poetischen Themen ist die Beschreibung von Gärten vielleicht die vertrauteste für die maurischen Schriftsteller Spaniens“, so sagt Henri Pérès in seinem Buch „Esplendor de Al – Andalus“ (Glanz von Al-Andalus). Eine der schönsten Poesien ist jene, die das Veilchen als „mit Brombeeren aus dem Garten bemalten Schmetterlingsflügel“ beschreibt.


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Parador de Mojacar ****
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