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Plasencia und sein Parador



 

Plasencia: Edel, verwegen, und hochmütig


“...zwischen ihren grünen Felsen und Weiden zogen sich
majestätisch die Erholung bietenden Steineichenhaine entlang,
und hin und wieder zeigten die Korkeichen ihre nackten
Stämme...”
(Miguel de Unamuno)

Parador Plasencia Obwohl vieles davon nicht nachgewiesen werden kann, gilt folgendes als sicher: Plasencia wurde, zufällig aber weise, zusammengekauert in seiner Umgebung geboren, verteidigt von seinen eigenen Vorzügen. Es war etwa zwei Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung Marktplatz, Stadt und Festung zugleich. Zunächst nur ein Lagerplatz; bald römisch, und anschließend romanisiert. Die Invasionslegionen entwarfen strategische Wege über die Halbinsel, die zu ihrem Nutzen durch diese Gegenden führen sollten: Der berühmteste von ihnen ist seit damals als “ Vía de la Plata” (Silberweg) bekannt. Er war und ist ein vertikaler Kommunikationsstrang quer durch die iberische Halbinsel. Wirbelsäule und verwirbelt. So ist er heute noch bekannt als portugiesische Grenzlinie: die lebende Vergangenheit der Jahrhunderte.

Die kaiserlichen Legionen hatten zahlreiche Gründe: Sie zeichneten ein kluges Wegenetz (von etwa 30.000 Kilometern), um Rastplätze und Unterkünfte an den strategisch wichtigsten Punkten zu etablieren. Dieser Silberweg war wahrscheinlich eine der beliebtesten und begehrtesten Achsen im römischen Imperium: Vom Süden aus Huelva kommend landeten ständig Schiffsflotten, beladen mit Sklaven und Ausrüstung auf dem Weg nach Norden, in die Estremadura und nach Galicien. Sie suchten Gold und Silber, welches die Berge und Flüsse in so riesigen Mengen lieferten, dass sie für das ausgedehnte Imperium mehr als ausreichten.

Nebenbei bepflanzten die fremden Nachbarn diese und viele weitere Landstriche mit nützlichen Kulturen und brachten Technologien, neue und bessere Sitten und Gebräuche. Kunst und Kunsthandwerk. Gesetze... Ingenieurwissenschaften...

Sie verwüsteten iberische Siedlungen und zerstörten keltische Lager. Aber sie bauten Dörfer und Städte. Sie erfanden Aquädukte; sie entwarfen Zirkusarenen und Amphitheater: Sie führten den Codex Romanus ein, von dem die so genannte westliche Welt auch heute noch zehrt.

Alles in allem erfanden sie das, was wir heute als die westliche Kultur kennen, und diese zog und zieht immer noch durch diese überraschend schöne, edle, hochmütige Stadt der Estremadura, das universelle Plasencia.

So war es, und so steht es auf dem Wappen dieser exzentrischen, weisen, überraschenden, großzügigen und würzigen Länder und Ländchen geschrieben. Und aus dem Wappen sollte für immer und ewig hervorgehen: “Ut placeat Deo et Omnibus” (Zur Freude Gottes und aller Menschen).

Parador Plasencia mit Kirchturm Dieser Ort – zuerst Lagerplatz, bald schon eine stolze Stadt - wurde von Kastiliens König Alfons VIII. gegründet, kurz vor Eintritt des 13. Jahrhunderts der Zeitrechnung, nach der wir leben. Der Besucher wird sofort bemerken, dass die Vorfahren dieser “sehr edlen Stadt” streitsüchtige und sesshafte Levantiner waren. Noch heute protzt sie mit Wachtürmen, Verteidigungsmauern und Toren, die sich täglich öffneten und schlossen, je nach Vertrauen oder Misstrauen, das dem Fremden entgegen gebracht wurde. Jene Zeiten waren die der furchterregenden Invasionen, der Schurkereien und Plünderungen zwischen Mauren und Christen, jede Seite ein wenig Eroberer und Eroberter zugleich.

Damals besaß diese hochmütige Festung bis zu siebzig Türme und acht Tore, “die man fest verschließen und sperrangelweit öffnen konnte”, je nach den edlen Absichten, Sympathien oder Schicklichkeit, die der Fremde entgegenbrachte. Zu Beginn lebte sie unter dem Schutz der Kronen der kastilischen Monarchien, bis beinahe zur Mitte des 15. Jahrhunderts; ab dann war sie durch König Juan II. als Grafschaft an Pedro de Zúñiga übergeben worden, um dessen Gefallen und Verdienste zu belohnen. So wurde er Herr über Gut und Leben in diesen und anderen weiträumigen Gegenden.

In jener knappen Hälfte Spaniens wollten und konnten Mauren, Juden und Christen zusammen leben. Den drei Kulturen gelang eine weise, für alle fruchtbare Symbiose. Plasencia wurde zu einem sehr bemerkenswerten glänzenden Zentrum sehr nützlichen hebräischen Wissens.

Vielleicht wäre es gut daran zu erinnern, dass die nachbarschaftliche Aufnahme der jüdischen Bevölkerung durch die Entscheidung König Alfons VIII. begünstigt wurde, dem Ort im Jahre 1189 das Stadtrecht zu verleihen. Und es steht fest, das bereits im 15. Jahrhundert die Aljima von Plasencia mehr als Tausend Einwohner zählte. Die Juden versammelten sich zum Beten, Reden, Handeln oder Konspirieren in einer bedeutenden Synagoge an einer Stelle, die unter dem Namen “La Mota” bekannt ist. Sie wurde beinahe auf demselben Grund erbaut, auf dem heute der Palast des Markgrafen von Mirabel und das Dominikanerkloster San Vicente, der heutige Parador Nacional, stehen.


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Parador de Plasencia ****
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