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Ribadeo und sein Parador



 

Ribadeo: Schlachtschiffe und gefährliche Matrosen


Jungfrau von Villaselán
schick uns etwas Wind aufs Heck
denn wir sind aus Ribadeo
und unsere Segel sind gerissen...
(Volksgesang)

Der Parador Ribadeo Der Name Ribadeo spricht für sich selbst: Die „riba“ oder „ripa“, das Ufer des Flusses Eo. Er ist die natürliche Grenze zwischen zwei benachbarten Autonomen Regionen, die beide am Fuße des immensen Kantabrischen Meeres liegen. Verbunden werden sie durch die „Puente dos Santos“ (Brücke der Heiligen) und sie weisen eine große Ähnlichkeit der Kulturen und in den Gewohnheiten auf: Asturien und Galicien. Den Ortsansässigen gefallen die zahlreichen Verniedlichungsformen, welche sie während ihrer alltäglichen Konversation verwenden. Sie sind bedacht, sanft und liebevoll in ihrem Umgang mit der Sprache und in ihren Ausdrucksformen, für manche vielleicht sogar ein bisschen zu süß. Der Fremde sollte gewarnt sein: diese Galicier, die praktisch Asturier sind, sind vielschichtiger, als sie sich das selbst eingestehen wollen. Natürlich sind sie Galicier, aber zu allererst sind sie einmal Kelten. Oder, anders gesagt, Kantabrier, atlantisch, die aus Notwendigkeit und hingebungsvoll in diesen unruhigen Meeren fischen. Es ist eine waghalsige Art zu leben. Ihre süße Zunge steht im Widerspruch zu ihrem gefassten und risikobereiten Charakter.

Sie waren schon immer kühne Menschen, Abenteurer, sind es heute noch und werden es auch immer bleiben. Sie erfreuen sich eines Gebiets und eines Klimas, das zugleich unbarmherzig und fruchtbar ist: Die Küste versorgt sie mit praktisch allem. Aber es wird ihnen nicht geschenkt. Die Mühen sind deutlich höher als der stets zweifelhafte Gewinn. Die Galicier waren die ersten, die in Strömen nach Amerika immigrierten und mit ihnen die Portugiesen, was in der Sprache und den Regionen deutliche Spuren hinterlassen hat. Sündigen taten sie nie. Sie zeigen keine Anzeichen von Stolz oder anderen lässlichen Eitelkeiten. In vielen Teilen dieser spanischen Regionen entlang der so genannten „Raya de Portugal“ (Linie von Portugal) sind die Galicier von Invasionen heimgesucht worden und waren auf freundliche Weise auch selbst Invasoren: als saisonale Wanderarbeiter, als Schnitter, Scherenschleifer und Vertreter vieler anderer Zünfte, wo immer es Bedarf gab. Auf den Hochebenen von Kastilien kann man noch heute ein Sprichwort hören, wenn es auch nicht mehr als ein Vorurteil ist, das lautet:

„Einen Galicier kannst du immer erkennen, denn wenn er auf einer Treppe steht, weiß man nie, ob er nach oben oder nach unten geht“. Aber so ist es natürlich nicht. Die Galicier, wie alle Menschen, muss man kennen, um sie beurteilen zu können: Sie sind gleichzeitig bezaubernd und verzaubert, dank ihrer Druiden und Hexen. Die Ría (Flussmündung) hat hier die Eigenschaften und den Fortschritt der Region bestimmt; sehr eigen in ihrer Natur, Geschichte und Entwicklung. Die Ría war einer der Gründe, warum die Stadt hier gegründet wurde. Einige Fischer siedelten sich an ihren Ufern und Stränden an. Dann kamen die Hütten dazu, die sie oberhalb der Ebene bauten, natürlich vor dem rauhen Klima der Bucht geschützt.

Diese kleinen Ansiedlungen vergrößerten sich und wuchsen zu Ortschaften heran, die weiter im Landesinneren lagen. Die Ría des Eo wurde letztendlich immer wichtiger. Sie wurde zur wichtigsten Quelle und zum Mittel des Überlebens: Quelle des Fischfangs und Handelsressource. Um die Flussmündung besser auszunutzen, mussten die verwendeten Schiffe modernisiert werden. Es ist bekannt, dass im 18. Jahrhundert entlang der gesamten kantabrischen Küste der „barlote“ verwendet wurde, der nur einen Segelmast, eine Takelage und das Schleppnetz besaß. Im Laufe des Jahrhunderts wurden die Fischgründe ausgeschöpft und der Fischfang erforderte bessere Kenntnisse, um den gestiegenen Bedarf zu decken. Die Schiffe wurden verbessert und es entstanden die drei für diese Region typischen Modelle:

die „trainera“ (Ruderboot/Sardinenkutter), der „batel“ (Paddelboot) und die „lancha de altura“ (ein Motorboot).

Die Brücke zwischen den beiden benachbarten Orten Die „trainera“, die so typisch für den Norden ist, ist das beste Boot, um kleine Fische wie Sardellen und Sardinen zu fangen. Es besitzt ein großes, bleibeschwertes Netz. Es ist leicht zu manövrieren, aber aufgrund seiner Fragilität auch ziemlich gefährlich. Kenterungen und Schiffsbruch stehen für diese Seemänner und ihre Familien auf der Tagesordnung. Trotzdem war das Schiff, das bis zum 19. Jahrhundert am häufigsten in der Flussmündung des Eo verwendet wurde, die „trincado“, welche zum Transport von Waren und für die Handelsbeziehungen verwendet wurde. Aber es wurden auch andere Boote, wie z.B. die Patachen, Logger oder Buddelschiffe verwendet sowie jene, die ein größeres Ladegewicht besaßen wie die Bergantinen und Schoner.

Letztendlich wurde das Dampfschiff verwendet, aber alle diese Arten von Schiffen verschwanden mit der Zeit, als verstärkt das Motorboot eingesetzt wurde. Jetzt sieht die Landschaft am Fluss ganz anders aus: sie wechselt mit dem Einsatz der Gezeiten. Bei Ebbe sieht man für gewöhnlich Sandbänke und natürlich ist das Gewässer bevölkert von Segel- und Motorbooten aus Fiberglas oder Holz, die entweder für die Arbeit oder für die Freizeit verwendet werden. Besonders typisch sind die Holzboote: das Boot, die Schute oder die Sardinenkiste. Alle teilen sie sich die Flussmündung an der Oberfläche mit Fischreihern, Schnepfen, Regenpfeifern, Flussuferläufern, Lachs, Forellen und Lachsforellen.


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