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Salamanca und sein Parador



 

Steine aus Vergoldetem


Goldene Steine der Wäldchen
an den Ufern des Tormes,
ihr bewahrt die Geheimnisse
vergangener Weisheiten...)
Miguel de Unamuno

Parador Salamanca Wiege der Geschichte. Schule der Mystiker und Vagabunden. Hörsaal universitären Wissens. Heilige Stätte der Utopien. Ort unmöglicher Lieben. Lehrstuhl von Heiligen und Schelmen. Ort der Künste und der Literatur. Schauplatz von Kriegen und anderen Grausamkeiten… Der Neid aller Zeiten. Ort, der den Willen von Cervantes beflügelte und „Goldener Käfig“ für Unamuno war. Für Cela war dies die Stadt aller Städte: „Santiago und Salamanca. Alles andere sind Lagerplätze...“

Tochter von Mythen und Legenden; auch der Halbgott Herkules persönlich könnte zu Urzeiten der Gründer dieser Stadt gewesen sein, „nachdem er einen Berg geformt hatte, auf dem sie thronen konnte.“ Sie wurde von den Phöniziern als Lagerplatz und vielleicht auch von den Trojanern als Zufluchtsort benutzt. „Teucro, der griechische Hauptmann und seine Begleiter brachten Leben in die Stadt als sie nach der Zerstörung Trojas an den Ufern des Tormes ankamen“. Sie war zunächst definitiv eine keltische Siedlung. Dann wurde sie von den Stämmen der Vacceos und Vettonen bewohnt, bevor sie etwa zwei Jahrhunderte vor unserer Zeit von den Armeen Hannibals erobert wurde. Diese primitiven Stämme verehrten die Steineichen, die zu dieser Zeit die Felder bedeckten, wo Ziegen, Schweine und wilde Stiere weideten, die noch heute als universale bäuerliche Symbole gelten. Zu Beginn unserer Zeitrechnung war diese Gegend des römischen Imperiums Teil von Lusitanien und hatte Emerita Augusta, das heutige Mérida, als Hauptstadt.

Die Brücke geht auf diese Zeit zurück. Ihr Bau wurde von Kaiser Trajan in Auftrag gegeben, um Mérida über die Silberstraße mit Zaragoza zu verbinden, welche der wichtigste Transportweg für Heere und Güter, Ideen und Bräuche war. Sie war und ist eines der beachtenswertesten und schönsten Beispiele für römische Architektur in Spanien.

Als die römischen Heere diese Gegenden verlassen mussten, nahm der berühmte Gote Walia Besitz von dem Territorium mit zweifelhaftem missionarischem Eifer für das Christentum im Gepäck, bis Muza, der kühne Maure, dies kurz nach Beginn des 8. Jahrhunderts wieder ändern sollte. Diese Gegenden sollten sich Mauren und Christen über vier Jahrhunderte teilen. Alfons I., Ordoño I., Alfons III., Ramiro II., alle unternahmen sie mutige Versuche, diese Gegenden wieder zurück zu erobern. Aber Muza, Mohammed und der unbesiegbare Almanzor verteidigten sie, bis letzterer schließlich unter dem Zeichen des Kreuzes und dem Schwert von König Alfons VI. im frühen 12. Jahrhundert fallen sollte.

Aber dies waren keine verlorenen Zeiten. Salamanca sollte mitten im Hexenkessel des Mittelalters und anderer Verblendungen der damaligen Zeit, die immer wieder durch die Anwesenheit der Ungläubigen genährt wurden, seinen Charakter und seine Persönlichkeit entwickeln. Dieses Gebiet, das allen und niemandem gehörte, aber niemals entvölkert war, schaffte es, die feindlichen Eindringlinge zu beherbergen und von ihrer Anwesenheit zu profitieren. Die Stadt vergrößerte sich durch den Zuwachs öffentlicher und religiöser Bauten kontinuierlich. Es kamen Künstler und Kunsthandwerker sowie Wissenschaftler und Gelehrte. Die Schlachtfelder blieben Zonen friedlichen Austausches. Salamanca war Markt und „zoco“ (arabischer Marktplatz) ebenso wie Hörsaal und alternativer Lehrstuhl sowohl von Mauren als auch von Christen.

Der so berühmte Abschied der Mauren hinterließ hier einige traurige Erinnerungen, da die Bewohner der Stadt „entsetzt waren über die Wildheit der grausamen Heiden“, wie Alfons VI. beim Errichten einer stabilen Grenze im Gebiet des Tajo bei Toledo sagte. Er vertraute die Restaurierung seinem Schwiegersohn, dem Grafen Raimund von Burgund an, der mit seiner kriegerischen Tochter Urraca verheiratet war. Der Graf brachte neue Siedler aus anderen Gegenden in die Stadt. „Es gab Franzosen, die sich dort niederließen, wo heute die Kathedrale steht, Galicier im Westen des Landes, Bergbewohner (Serranos), die sich in einem Stadtviertel niederließen, das ihren Namen trug, Juden im jüdischen Viertel in der Nähe der Grundschulen, Leute aus Aragonien in Santo Tomé und Kastilier in den Bergen von San Cristóbal“. Die Mozaraber und Morisken siedelten auf der anderen Seite des Flusses in der Nähe der Brücke. Salamanca begann, europäische Luft zu schnuppern.

Der Parador und seine Schätze Zu Beginn des 13. Jahrhunderts bereits kamen unter dem Schutz des Klerus und der Militärorden neue Siedler hierher. Die Stadt wurde Bischofssitz und die Arbeiten an der Kathedrale kündigten machtvolle und prachtvolle Zeiten an. Ihr eigenes und kurz zuvor eingeweihtes Forum zählte 33 Pfarrkirchen, deren Zahl schnell auf 50 anstieg. Die Stadt war von einer Mauer mit 13 Toren umgeben, von denen jedes einzelne seine Legende hat. Es heißt, dass durch das arabische Tor, welches den Weg nach Villamayor öffnete, und wo man heute noch aus den Steinbrüchen die Steine für den Bau der Häuser abbaut, jedes Jahr am Johannistag eine wunderschöne junge maurische Prinzessin erschien, die auf einem marmornen Rad goldene Baumwolle spann, während sie endlos auf ihren Geliebten wartete. Um dieselbe Zeit traf König Alfons IX., bösen und geschwätzigen Zungen zufolge ein wenig neidisch auf seinen Cousin König Alfons VIII., welcher die Schule von Palencia gegründet hatte, eine Entscheidung, die die universelle Stellung Salamancas begründen sollte: Die Gründung des „Estudio General“.

Währenddessen schritt die Reconquista mit unsicherem Ausgang der unerbittlichen Kämpfe zwischen den mitleidlosen Truppen der Christen und den hartnäckigen „Untreuen“ weiter voran. Ein Historiker des letzten Jahrhunderts bestätigt: „Salamanca spielte dennoch eine wichtige Rolle bei den Turbulenzen, die die Herrschaft von Peter I., Heinrich II., Johannes I., Heinrich III., Johannes II. und Heinrich IV. begleiteten und nahm dabei aktiv an den öffentlichen Verhandlungen teil. Der Stadt kam schon früh das Privileg zu, im spanischen Parlament vertreten zu sein und oft traten das Parlament und der Konzil hier zusammen. Von der Mitte des 15. Jahrhunderts an begann Salamanca, auf die königliche Anordnung von Heinrich IX. hin, die „Feria Franca“ abzuhalten (welche heute noch Mitte September stattfindet).

Die uralten Eichenhaine, die der Besucher heute noch zu sehen bekommt, waren Zeugen der Zeiten von wechselndem Leid und Ruhm dieser Straßen. Manchmal empfingen sie die regierenden Monarchen mit allen ihnen gebührenden Ehren. Andere Male kam es zu kriegerischen Aufständen wie z.B. beim Krieg der „Comuneros“, der die Namen Maldonado, Guzman und Zuñigas berühmt, diese jedoch nicht unsterblich machte. Viele andere, kühne Bewohner von Salamanca verloren ihr Leben und ihre Besitztümer im Exil oder auf dem Schafott. Aber Salamanca blieb weiterhin der Sitz der Hohen Wissenschaften. Im 16. Jahrhundert druckten 54 Verlage Werke, die sich in mehr als 80 Buchläden sehr gut verkauften. Salamanca war auch Tempel der Kunst. Es gab bis zu 30 Schulen, 2 Seminare, 15 Klöster und viele andere Konvente, 19 Spitäler, außerdem die Kathedralen und zahlreiche Kirchen für die Ausübung des täglichen Gottesdiensts.

Die Stadt von Tormes „schien wie die Sonne, die allen mit ihren Strahlen Licht und Wärme schenkte“. Aber das 17. Jahrhundert brachte die Entvölkerung aufgrund der ethnischen Säuberung unter Philipp III. mit sich: Ungefähr 500 maurische Familien und eine vergleichbare Anzahl von portugiesischen Familien wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Hinzu kamen die Folgen des Unabhängigkeits- und des Bürgerkrieges. Das alles ist also diese Stadt, die der Besucher heute sehen kann. Ihre große Bedeutung ist offensichtlich.


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Parador de Salamanca ****
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