Die mit allen Wassern gewaschenen einhundert Bischöfe
„Reich ist sie an Brot, Vieh, Vogelvieh, Obst, Honig, etwas
Wein, berühmt für ihr Gemüse, reich an Handel und
Kaufleuten...“
( Geschichte von Méndez Silva. 1645. )
Die Geschichte von Sigüenza ist ein knapper und punktueller Abriss durch die Geschichte ganz Spaniens. Von den prähistorischen Ureinwohnern bis hin zu den letzten Schlachten des spanischen
Bürgerkriegs hat die Stadt Schritt für Schritt alle Seiten von mehr als zwanzig Jahrhunderten der spanischen Vergangenheit miterlebt, am eigenen Leib erlitten oder sich ihrer erfreut. Neolithischen
Ursprungs, war Segontia bereits im 5. Jahrhundert vor Christus eine der bedeutendsten Siedlungen aus keltiberischer Zeit, die anscheinend bis unmittelbar vor der römischen Eroberung von den Arévacos
bewohnt war. Von den Westgoten nach den Einmärschen der Barbaren wieder aufgebaut, widmete sich seine Bevölkerung seither der Landwirtschaft und konnte eine florierende Viehzucht aufweisen.
Sigüenza wurde von den Arabern bereits zu Anfang ihrer Invasion belagert, aber im Gegensatz zu dem, was sonst üblich ist, war die Hinterlassenschaft der Mauren weder sehr brillant noch bereichernd.
Nichtsdestotrotz erbauten diese eine wichtige Alcazaba [maurische Festung] auf dem Grund, auf dem sich die Burg befindet, die heute den Gästen ihre Tore öffnet. Während der Regierungszeit Alfons VII.
wurde der Ort von einem gewissen Bernardo de Agen wieder aus sarazenischer Macht befreit, welchen der König zum Freiherrn der Stadt machte, die bis zum Ende des letzten Jahrhunderts unter dem
Einfluss und Schutz eines Geschlechts von Bischöfen stand, das sowohl der Mitra als auch dem Schwerte zugeneigt war. Der Bischof Bernardo sollte sehr viele Privilegien für seine Verdienste
erhalten.Tausendundeine historische Episoden und so manch legendäre Ausschmückung sollte die Stadt der Einhundert Bischöfe ab diesem Zeitpunkt erleben.Einer dieser Schicksalswendungen fiel Doña Blanca
de Borbón zum Opfer, Nichte des Königs Karl V. von Frankreich, und Enkelin des Königs San Luis, verheiratet mit dem König von Kastilien und León Don Pedro, die er alsbald zu Gunsten seiner Geliebten
María de Padilla verlassen sollte. Nach den Zornesausbrüchen und Skandalen am Hof ließ der König –so besagt es die Legende- seine gesetzliche Gemahlin in eine Zelle derselben Burg einschließen. Nach
langem Hin und Her sollte Doña Blanca schließlich durch einen Armbrustschuss auf Anordnung ihres Gemahls, dem Grausamen König, hingerichtet werden... Es folgte ein Krieg auf den anderen. Wie
etwa die Schlacht von Olmedo, in denen sich die Königshäuser Aragonien und Navarra mit Kastilien gegenüberstanden. Deshalb mussten in Sigüenza immer wieder neue Spitäler errichtet werden...
Es sollten wieder Zeiten des Wohlstands durch das Wirken von Diego Hurtado de Mendoza folgen:
Die Diözese sollte solch wichtige Orte wie Soria, Calatayud und Ayllón in ihren Machtbereich mit einschließen. Die machtvolle Einflussnahme des Kardinals Mendoza, Berater der Katholischen
Könige, führte zu solch positiven und humanistischen Resultaten wie dem Bau der ersten Universität zu Sigüenza. Die gesamte Stadt sollte eine überschwängliche Renaissance erleben, wie der Reisende noch
heute bewundernd nachvollziehen kann. Die kommenden Epochen standen unter dem Zeichen der wirtschaftlichen Expansion und einer strahlenden kulturellen Blüte: Die Künste und Geisteswissenschaften
erlebten ihren Höhepunkt in der Geschichte Sigüenzas, wenn auch von Zeit zu Zeit durch ein kriegerisches Schicksal wie das des Erbfolgekrieges getrübt.
Und so lebte man mehr recht als schlecht vor sich hin, bis zu den neuen Desastern, die die französische Invasion mit sich bringen sollte: Die Truppen Napoleons belagerten die Stadt,
welche Opfer zahlreicher Plünderungen wurde. Sigüenza nannte damals zwei wundersame Schutzpatrone ihr Eigen: Juan, „der Hartnäckige“ und der wundersame Eingriff der Heiligen Maria, „die wie durch ein
Wunder den Tag zur Nacht werden ließ und die Stadt beim Rückzug des Feindes befreite...“ Sigüenza sollte noch weitere solcher Geschichten, - oder nennen wir sie besser Anekdoten - erleben, z. B.
als König Ferdinand VII. „der Begehrte“ eine seiner Frauen, Maria Josepha Amalia, hierher schickte, der wundersamen Fruchtbarkeit willen, die dem nahe gelegenen
Badeort Solán de Cabras nachgesagt wurde. Und hier, als der König dann feststellte, dass das Wunder wohl doch nicht so fruchtvoll wie nötig war, sagte er erzürnt zu seinen Gefolgsleuten:
"Lasst uns von dannen ziehen: wenn wir hier bleiben, werden wir noch alle schwanger, nur die Königin nicht...“
Das stets kriegerische Sigüenza sollte in noch mehr bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt werden. Wie die Karlistenkriege, als die Stadt mit „Entschiedenheit und Kühnheit“ gegen den Rebellen
Cabrera kämpfte. Und schließlich der spanische Bürgerkrieg, in dem die Bürger zu Zeugen der gegenseitigen Kämpfe zwischen Nationalen und Republikanern werden sollten. Wieder einmal Christen gegen
Christen...
Der Parador der Sonnen und Monde
„Diese Burg hat entfernte römische Ursprünge und wurde als Alcázar von
den Mauren errichtet.
1124 wurde sie durch die Truppen des Erzbischofs von Toledo, Bernardo de
Agén aus dem Orden von Cluny, endgültig von den Almoraviden für das
Königreich Kastilien zurückerobert, als in Kastilien Doña Urraca herrschte,
Mutter von Alfonso VII. und Tochter von Alfons VI., der Toledo einnahm.
Seither war die Burg Eigentum und Lehensgut der Bischöfe von
Sigüenza.
Anno 1298 fiel sie einem überraschenden Überfall durch die Anhänger des
Kronprinzen Don Alfonso de la Cerda im Krieg zum Opfer, der in Kastilien
gegen den Kindkönig Ferdinand geführt wurde. Diese Angreifer wurden
durch die Vasallen des Bischofs aus ihrer Stellung verdrängt, nachdem sie
die Tore der Burg niederbrannten...“
Dieser Text, der auf Keramik geschrieben wurde, könnte als treffende Synthese der Geschichte dieser Burg (heute der Parador), und der Stadt Sigüenza selbst angesehen werden.
Diese weise Zusammenfassung kann der Reisende am Eingang zum Gelände, neben der heutigen Rezeption, finden. Der Text ist vom Künstler, der Urheber der Renovierung des Paradors ist, Jose Luis
Picardo, geschrieben und unterzeichnet worden. Die Burg, die vorher arabische Alcazaba war, und noch früher westgotische und davor schon keltische Siedlung, birgt für den Reisenden
sehr viel mehr Geschichten und andere Legenden - die einen genau dokumentiert und die anderen nach Belieben ausgeschmückt...
Wohl aber wahr ist – und hier sind sich alle Experten einig-, dass die Geschichte des heutigen Paradors bereits zu neolithischen Zeiten beginnt: die ersten Einwohner dieses Bodens waren die Arévacos, in
einem Gebiet, das damals von den Keltiberern besiedelt war. Seit jenen sagenumwobenen Zeiten –lange noch vor unserer christlichen Ära – haben Sigüenza, seine Burg und seine Einwohner auf der
einen und anderen Seite der Mauern, die es seit jeher gab und die auch heute noch bestehen, unzählige und vielfältige Geschichten und Persönlichkeiten aller Arten erlebt: Einige zeichnet die
Geschichtsschreibung mit fast absoluter Genauigkeit nach, andere wiederum nährten sich aus Traditionen, Legenden oder aus dieser anderen Geschichte, die vom Volk neu geschrieben wird.
Wie die angebliche Entführung aus diesen Mauern, der die Königin Blanca de Borbón, auf Geheiß und aus Rache ihres untreuen Ehemannes, zum Opfer fiel, dem König Don Pedro I., der deshalb
auch unter dem Beinamen „der Grausame“ in die Geschichte einging, während er in anderen Gefilden unter der Bezeichnung „der Gerechte“ bekannt war.
Von zahlreichen Heldentaten und anderen meist höfischen Intrigen mussten die aktuellen oder ähnlichen Mauern und Nebengebäude der Parador-Burg Zeugen werden, welche im Laufe ihrer Geschichte als
bischöfliches Aufnahmezentrum für Adlige und Höflinge, sowohl Mauren als auch Christen, diente. Selbst Könige wie die Katholischen –die auch hier Unterkunft suchten-, das Heer der Karlistenkriege und
gar napoleonische Truppen fanden sich hier ein... Und auch noch später, fast schon zu unseren Zeiten, als die „Nationalen“ gegen die „Roten“ in einer so ungleichen Auseinandersetzung, die sich selbst
heute noch niemand so recht erklären kann, kämpften.
Viele Zeiten des Glanzes und andere der Armut haben die Generationen im Laufe der Jahrhunderte durchgemacht, die so zu Zeitzeugen dieser erstaunlichen Geschichte wurden.
Es wird den Gast also nicht verwundern, dass diese Mauern gleichzeitig auch die eine oder andere Legende in sich tragen – immer mit einem Hauch der Gewissheit -, zur unterhaltenden, wenn auch unruhigen
Erholung des skeptischsten Reisenden.
Dies war zum Beispiel bei einer Konferenz der Fall, als plötzlich die Erklärungstafel, die an einer der Wände des historischen Gebäudes hing, herunterfiel. Der Lehrer/Ausbilder der viel versprechenden
Schüler schrieb den kleinen Vorfall der magischen Intervention des Burggespensts zu. Am nächsten Tag wurden die Teilnehmer erneut von dem ungewöhnlichen Herunterfallen derselben Tafel aufgeschreckt... Angesichts des
wiederholten Vorfalls kamen einige gelehrte Teilnehmer zu dem Schluss, dass es sich um ein männliches Gespenst handeln müsse, denn solche Dinge geschähen nur im Beisein von Frauen...
Und so einigte man sich einstimmig darauf – mit der gesicherten Komplizenschaft des Personals dieses Paradors - dass all dieser Zauber und die erstaunliche Vorstellung nichts anderes sein könne, als
die Rache des Ordensbruders Bernardo, erster Bischof dieser Burg, dessen Geist noch immer durch die Gänge spukt... Seitdem zeigt der Geist des Bruders Bernardo seine Stärke und
Präsenz in dieser Burg/Parador.
Der Reisende muss wissen - und sollte dies am besten selbst nachprüfen -, dass diese Burg/Parador heute als ungewöhnliche Bühne für zahlreiche Aktivitäten der Kultur und der Künste dient:
Theateraufführungen des Stücks Juan Tenorio, Ausstellungen aller Arten von Malerei und Malern, die Herbstkonzerte der Region Madrid, Poesielesungen, sowie häufige Filmaufnahmen, wie „Kolumbus von
Marlon Brando“, und gleichzeitig manch eine Fernsehserie.
Nicht zu vergessen der Besuch vieler Persönlichkeiten aus der Welt der Politik, Kultur, der Wissenschaften etc. Um nur einige wichtige Namen zu nennen: die spanischen Könige, die Schriftsteller Sánchez Albornoz
und Jose Luis Sampedro. Oder die beliebten Komiker Mingote und Forges.
Und vor kurzem noch richtete hier Imanol Uribe sein Hauptquartier ein, um den Film „Gezählte Tage“ zu drehen, der vom Festival in San Sebastián mit der goldenen Muschel ausgezeichnet wurde.
Daher –und aufgrund all dessen – ist Sigüenza so wie es eben ist. Wegen alle dem, das es war –und noch viel mehr- was es sein möchte,
wird es auch weiterhin diese „sehr eigenartige und historische Stadt“ sein.
Ein ganz besonderer Spaziergang
1. Kathedrale. Im gotischen Zisterzienser-Stil, mit romanischen Komponenten wie dem Rosettenfenster, das auf die Plaza
Mayor geht. In ihrem Innern befindet sich der Sarkophag des Doncel de Sigüenza, eines der besten Grabmäler der Welt. Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert.
2. Plaza Mayor. Die Arbeiten zu diesem Hauptplatz begannen im Jahr 1494.
3. Konvent der Ursulinen aus dem 16. Jahrhundert
4. San-Vicente-Kirche.
5. Infanten-Kolleg im Stadtteil San Roque, Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert
6. Klause des Humilladero.
7. Bischofspalast. Eindrucksvolle Barockfassade.
8. Alte Universität.
9. Eisentor, Haupttor und Tor des Stiers, die Zugang zu den unsichtbaren Mauern geben.
Nie ist es zu spät, wenn der Tisch gut gedeckt ist
"Iss Honig mit Fisch
und sag es dem Christen nich’."
( Arabische Sprichwörtersammlung )
Der Reisende wird, wie zuvor die Römer, alsbald den Reichtum und die gastronomische Vielfalt der Gegend feststellen können, die das Resultat einer ungewöhnlichen, fast
unwirklichen Landschaft ist. Zahlreiche Flüsse bewässern ebenso zahlreiche Täler, die kargen und schmalen Gebirgszüge, das Ödland von Alcarria...
Es scheint, als habe sich die gesamte Natur in die Dienste einer außergewöhnlichen und facettenreichen Gastronomie stellen wollen, nicht nur in Sigüenza, sondern im ganzen Umkreis.
Zahlreich, wie wohl kaum anderswo, finden wir Flussforellen, aber auch den „Saralino“, den so genannten "Lachs des Pazifik"; Karpfen, Silberfisch,
Barben, Strandlachen und den Forellenbarsch. Leider sind die kleinen hässlichen, aber sehr geschmackvollen Raubkrebse ausgestorben, scheinbar aufgrund
der Einführung eines herrlichen amerikanischen Prachtexemplars, das aber geschmacklos ist.
Nicht weniger zahlreich ist das Kleinund Großwild: Hasen, Kaninchen, Rebhühner, Wachteln... Und, wenn auch etwas seltener anzutreffen, Wildschweine und Hirsche.
Auch an Käse fehlt es ebenso wenig und auch am einen oder anderen Wein nicht, der allerdings nichts allzu Besonderes ist.
Vor allem aber sticht der Honig hervor, der mit Fug und Recht weltweit bekannt ist. Von alle dem und vielem mehr wird der Reisende schmackhafte
Kostproben in den Küchen von Sigüenza und Umgebung finden.
Jeder Ort ist gut, um sich an einem Cabrito al Estilo Serrano oder Alcarreño [Zickleinbraten nach Gebirgs- oder Alcarria-Art] zu laben. Oder gebratenes Feldkaninchen oder Geschmortes mit Gemüse.
Die Tafeln ziehen ihr Sonntagskleid über, wenn die Jagdzeit beginnt, und Gerichte mit Hirsch, Wildschwein oder Rebhuhn aufgetischt werden. Und die Migas [Brotkrumen], die immer mit Spiegeleiern und
Sprossen aus dem Kochtopf gereicht werden. Gefüllte Flussforellen, in Sauce oder nach Gebirgsart. Und zur Pilzzeit gibt es reichlich Kräuterseitlinge und
Edelreizker in Sauce oder einfach angebraten.
Für dankbarere Mägen, Bohnen mit Chorizo [Paprikawurst] oder mariniertes Kaninchen oder Rebhuhn. Was die Minigerichte „Tapas“ angeht, finden Sie fast alles, was das Herz
begehrt: mollejas [Kalbsbries], Krebse, Pilze in Tausend Varianten, Perdigachos Seguntinos [Rebhähne nach Seguntiner Art]... Und nicht zuletzt, der Honig, vor allem, aber nicht nur in Süßspeisen; el
Uvao, Yemas [Mehlspeise aus Eidotter], Bizcochos Borrachos [Beschwipste Biskuits], Nueces con Miel [Nüsse mit Honig]...
Von vielen dieser Gerichte wird der Gast ausgezeichnete Beispiele in der Küche dieses Paradors finden: el Cabrito Asado al Estilo de la Alcarria [Zickleinbraten nach Alcarria-Art], verschiedene Eintöpfe
(Calderetas) geschmorte bzw. marinierte Wachteln oder Rebhühner und ein Dutzend Süßspeisen, in Form von einzigartig ausgearbeiteten Blumen.
Wanderer; Kein Weg ist zu lang...
Vom Parador aus bieten sich viele und mannigfaltige Möglichkeiten an, die unterschiedlichen und überraschenden Pfade dieser bewundernswerten Region zu erkunden. Damit sich der
Reisende je nach der ihm zur Verfügung stehenden Zeit orientieren kann, möchten wir zwei kurze Spaziergänge und andere Ganztagesrouten vorschlagen.
Pelegrina.
Schönes Ensemble, mit der Burg des Bistums. Besuchen Sie den Engpass des Dulce-Flusses.
Las Salinas de Imón. Der Salado-Fluss führt, auch wenn dies kaum zu glauben ist, tatsächlich salzhaltiges Wasser.
Romanische Landroute.
Verlassen Sie den Parador in Richtung Albendiego. Dieser Ort, der an den Ausläufern der Sierra de Alto Rey liegt, nennt eine herrliche romanische
Klause sein Eigen. Campisábalos: die romanische Kirche des Heiligen Bartholomäus aus dem 12. Jahrhundert. Ein wahrhaftes Paradebeispiel der Architektur auf dem Lande. Villacadima ist ein verlassenes
Dorf, das dazu einlädt, bei einem Rundgang Geschichten und Legenden zu ersinnen. Rückkehr zum Parador über Galbe, ein kleines Dorf, dessen
Burg besondere Erwähnung verdient.
Route von Atienza (in Richtung Palazuelos).
Palazuelos ist auch als das „kleine Ávila“ bekannt, denn wie auch das große Vorbild hat der Ort ein hübsches Mauerwerk. Carabias: wieder
ein Beispiel romanischer Kunst; Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Imón, am Ufer des Salado-Flusses, wo man die Salinen von Imón und Olmedo besichtigen kann. Atienza, eine antike Siedlung iberischen
Ursprungs, deren Glanztage bis ins späte Mittelalter zurückgehen. Die Plaza Mayor [Hauptplatz] und die Plaza del Trigo [Weizenplatz] und bestechende Kirchen, wie die des Heiligen Johannes im Renaissancestil
oder die der Santa María del Rey, aus dem 12. Jahrhundert, sind einen Besuch wert. Die Burg (12. – 13. Jahrhundert) ist auch unter dem Beinamen „Peña muy fuerte“
(sehr starker Fels) im Nationalepos „Cantar del Mío Cid“ bekannt geworden.
Route nach Hita,
Cogolludo und Jadraque (Abfahrt in Richtung Hita).
Hita:
Geburtsort des unvergesslichen Erzpriesters von Hita, Autor des „Buchs der guten Liebe“. Cogolludo gehörte zum Herzogtum von Medinaceli.
Es besticht der außergewöhnliche Renaissancepalast aus dem Jahr 1492. Die Burg von Jadraque sitzt auf einer Erhebung, wurde auf einer älteren Festung aus arabischer Zeit gebaut und wird Pedro
González de Mendoza, Bischof von Sigüenza, zugeschrieben.
Route des Oberen Tajo.
Von Sigüenza nach Alcolea und von dort nach La Riva de Saelices, mit einem Umweg zum Besuch der Höhle von Los Casares, die innerhalb
ihrer Art von großer Wichtigkeit ist: offensichtlich handelt es sich um die ersten Wandmalereien, auf denen der Geschlechtsakt zu sehen ist.
Nach der Rückkehr nach La Riva de Saelices geht es weiter nach Buenafuente del Sistal, einem Zisterzienserkloster aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Kirche
bewahrt einen Holzschnitt des Cristo de la Salud in der Kapelle auf, wo eine Quelle fließt, die dem Kloster seinen Namen verleiht.
San Pedro und Puente de San Pedro: Durch ein Gebiet mit herrlichen jahrhundertealten Sadebaumwäldern, die von wilden Ölbäumen und Mastixsträuchern abgelöst werden, kommt man nach Puente de San
Pedro, wo die Flüsse Gallo und Tajo aufeinander treffen. Dem Weg nach Molina de Aragón folgend, kommt man zur Virgen de la Hoz del Río Gallo: einer Klause aus dem 15. Jahrhundert, die praktisch in den
Fels hineingebaut wurde.
Molina de Aragón:
Obwohl dieser Ort mehrmals Brandstiftern und Plünderern zum Opfer fiel, bewahrt er noch immer solche zutiefst
mittelalterlich anmutenden Ortsteile wie Morería oder Soledad.
Die Bilder, Grafiken und Texte in dieser Parador- / Ortsbeschreibung stammen von unten
genannten Autoren, bei denen wir uns recht herzlich bedanken möchten.
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Bildmaterial:
PARADORES DE TURISMO DE ESPAÑA, S.A.
Videomaterial:
PARADORES DE TURISMO DE ESPAÑA, S.A.
Texte:
Miguel Garcia Sanchez
Zeichnungen:
Fernando Aznar