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Sos del rey Catolico und sein Parador



 

Von Donnern und ruhigen romanischen Blitzen


“...Für jedes unnütze Wort
werden die Menschen genaue Rechnung ablegen...”
(Inschrift, eingemeißelt in der Kirche von San Esteban)

Der Parador Sos del rey Catolico So wollte und will dieser ewige und mittelalterliche Ort Sos sein: ein friedliches Dorf, gemütlich, ruhig...; aber genauso stolz auf seine herrliche Vergangenheit wie auf die zukünftigen, jeden Tag erhabeneren Zeiten.

Weil es wenige Götter und nicht allzu viele Menschen so beschlossen hatten, wurden diese Ländereien weise vermengt mit anderen Schwesterländereien, obwohl sie niemals so ganz Geschwister waren; ohne von der eigenen Bevölkerung gekennzeichnete Grenzen der Kulte, Kulturen, und Gebräuche.

Sobald hier der Tag anbricht, fühlt der Fremde sich von einem seltsamen und angenehmen Gefühl wie in mittelalterlichen Zeiten übermannt: denn so ist diese kleine, aber sehr weise Stadt. Es gibt nicht viel zu sehen; aber es gibt viel zu erkennen in unendlichen Reflexionen. Man kann sagen, fast der gesamte Stadtkern ist ein Beweis, beinahe ein Museum, des Mittelalters. Und wenn es auch nur ein hochgelegener Weiler ist, der sich auf der Erde von Navarra um Sangüesa drängt, sicher ist, dass Sos seit den ersten mittelalterlichen Jahrhunderten Grenzbollwerk sein musste, ein eifriger Wächter gegen die Ambitionen der feudalen adligen Nachbarn. Und auch gegen die nicht wenigen kriegerischen Ausschweifungen der Kirche:

“...Es fehlte nie an einem kriegerischen Bischof, der mit seinen Vasallen die Könige bei der Reconquista begleitete, oder auf eigene Rechnung Einfälle in die von den Mauren besetzten Ländereien unternahm. Ohne dass sie dabei den berühmten Bischof von Valencia beneiden mussten, Don Jerome aus dem Cantar del Mío Cid, der die Messe vor der Schlacht las, den Kriegern die Absolution erteilte und demjenigen den Himmel versprach, der "im Kampf Aug in Aug sterben" sollte“, so die Worte von Tomás Buesa, dem unbestrittenen Lehrstuhlinhaber an der Universität Zaragoza.

Diese ganze Geschichte ist in diesem Parador verewigt, protokolliert am Rand von mittelalterlichen Steinen und Legenden... Mit ziemlicher Sicherheit wird vermutet, dass dieses gedrängte und dichte mittelalterliche Muster sich in der Morgendämmerung des 11. Jahrhunderts verfestigte. Es wurde schon sehr bald eingesegnet durch König Ferdinand II. von Aragonien, später bekannt als der Katholische König, der in Sos geboren werden sollte.

Die Stadt die um den Parador liegt Seit sehr früher Zeit waren diese Bauern Christen, oder, je nach Sichtweise, christianisiert: Die Umarmung des Glaubens war vorsichtigen Meinungen zufolge wohl eher eine Pflichtaufgabe denn ehrliche Überzeugung.

Auf jeden Fall hat Sos sich im Jahre 975 als christliche Stadt bestätigt, damals, als Ramiro Garcés herrschte und regierte. Es sollte bald von Navarra annektiert werden; gehörte aber auch zum aragonischen Territorium, als man sich gerade dem magischen Jahr Tausend näherte, das nach allen Voraussagen das unausweichliche Ende der Welt bedeuten würde, einer Welt, die ob ihrer Sünden unerbittlich zum Untergang verdammt war.

In jener Zeit erhob sich Sos an einem der am stärksten und besten befestigten Plätze der Region des 10. und 11. Jahrhunderts. Der Fremde kann dies feststellen durch die bloße Betrachtung der reichlich vorhandenen, reichen und geschützten Adelshäuser.

Der primitive Weiler wollte sich zu seiner besseren Verteidigung an einen versteckten Hügel drängen, der ebenfalls unter dem Schutz der romanischen Kirche von El Salvador y San Esteban stand.

Der Stadtkomplex befindet sich immer noch auf einem gewaltigen Sporn der Ausläufer der Sierra de la Peña, so dass diese schöne Stadt außerdem eine Festung ist, die in eine erstaunliche und felsige Natur eingepasst wurde.

Der Fremde wird das bemerken, kaum dass er in den Ort kommt, der sich aus guten Gründen des Erstgeburtsrechts des wunderschönen Landstrichs “Las Altas Cinco Villas” (der hochgelegenen fünf Städte) rühmen darf. Vielleicht wegen seines privilegierten Observatoriums, das wie ein wundersames Kaleidoskop bis in nicht wenige der navarrischen und aragonischen Länder reicht.

Es ist sehr wichtig, dass der Fremde auf diesen besänftigenden Höhen Übungen der Stille durchführt, frei und befreit von den vielen Zwängen, die ihn bis hierher gebracht haben.

Es wird unvermeidlich so sein. Die Stadt ist magisch und großzügig, aber geizig gegenüber dem Fremden; man könnte sagen, sie eignet sich den Besucher an: Sie verzaubert ihn; sie führt ihn durch Straßen und Gässchen, durch die man geht, um immer wiederzukommen. Über Plätze und Plätzchen, durch Kirchen und Kapellen, bis an seine wunderbar ummauerten Grenzen...

Der Parador verfügt über eine breite Fensterfront Es ist kein Zufall, dass der Ort auf einem hervorstehenden Sporn der Sierra de la Peña wachsen sollte. Zwischen diesen steilen Felsen sollte der spätere Katholische König geboren werden, genauer im Palacio de Sada. Stets in der Nähe erhebt sich die steile Peña Feliciana, auf der König Ramiro II. zu seiner höchsten Ehre und aus kriegsstrategischen Gründen seine eigene und geeignete Burg errichten ließ, wo vorher eine schon nicht mehr zu gebrauchende Festung stand, welche der Monarch Sancho Garcés II. in den letzten Jahren des 10. Jahrhunderts hatte bauen lassen.

Aber der neugierige Fremde möge sich erinnern, dass viel früher, bevor aus diesen unwegsamen Kämmen furchterregende Bollwerke der “sociun” des römischen Imperiums wurden, diese Gegend bereits besiedelt war von Stämmen und Völkern aus der Alt- und Jungsteinzeit. Völker, welche die rudimentären Grundlagen unserer Zivilisationen und Kulturen legen und somit das Feuer unseres Ursprungs entfachen sollten: zunächst Stämme wilder Jäger, die im Verlaufe der Jahrhunderte zu Hirten wurden; sehr viel später zu Landwirten und eifrigen Verteidigern und Pflegern ihres Heims und ihres geographischen Umfelds: Es war eine gewisse Vorstellung vom Eigentum und von gewissen Familienbanden, den so genannten Stämmen und Horden, entstanden. Es gelang ihnen, Glauben, Götter und Religionen zu teilen; eine Art von Sprache und gewisse technologische Fortschritte wie das Feuer und einige rudimentäre Bau- und Verteidigungsverfahren… Nicht mehr, aber auch nicht weniger...

Einer solch uralten prähistorischen Abstammung erfreut sich diese Gegend und sie zeigt sie noch heute. Hier sind auch Teile einer der entscheidendsten Straßen erhalten, welche das Imperium Romanum weise und strategisch richtig anlegen und konstruieren ließ, um leichter solch große Gebiete erobern, ausbeuten und regieren zu können. Dieser lange Heldenepos bedurfte unberechenbarer menschlicher Anstrengungen: Legionäre und Sklaven, aber auch Techniken und Ingenieurswissenschaften, die damals unbekannt oder kaum beherrschbar waren für jene hispanischen Siedler. In dieser Gegend wird der Fremde Überreste der Römerstraße finden, die eine Lebensader der Kommunikation zwischen Zaragoza (Cesaraugusta) und Pamplona (Pompaelo) werden sollte.

Schließlich sollten diese Gegenden frühzeitig romanisiert werden nach nicht geringem und auch nicht friedlichem Widerstand einiger keltischer Bewohner, die in dieser steilen Landschaft bereits etwa sechshundert Jahre vor Beginn unserer christlichen Ära ihr Vieh weideten.

Und recht wenig weiß man, im Gegensatz dazu, über die zweifellos kurze Siedlungszeit der maurischen Invasoren, obwohl auch diese die prächtigen Kämme und Täler befruchten konnten: mit Kultur, mit Bräuchen, mit Handwerkskunst... Der Ort war nur so flüchtig maurisch, dass er bereits zu Beginn des 10. Jahrhunderts christlich war...


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Parador de Sos del Rey Catolico ****
  Landkarte