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Tordesillas und sein Parador



 

Vernünftige, unmögliche und gefühllose Comuneros


“...zum ersten Mal in Europa tritt eine Art von Mensch auf
den Plan, die sich nicht rechtfertigen will und auch nicht für
sich in Anspruch nimmt, Recht zu haben: man zeigt sich
einfach entschlossen, seine Entscheidungen durchzusetzen...”
( José Ortega y Gasset. Die Rebellion der Massen)

Parador Tordesillas Aufgrund komplexer Umstände und widrigen Ereignissen wurden diese Burgen zu den ersten Bollwerken keimender, unnachgiebiger Demokratien, Rebellen gegen die autoritären, kaiserlichen Vandalen, als der vom Pabst gekrönte und allseits unter dem Namen Karl I. von Spanien und der V. Deutschlands bekannte König/Kaiser seine Herrschaft über Spanien ausweitete.

Das zivilisationsträchtige Erwachen dieser Bürgergemeinschaften –nach unzähligen und konfusen Invasionen von barbarischen Vacceos-Banden und Völkern- würde sich schließlich mit der segensreichen Anschwemmung aus Mittelmeergewässern, bestehend aus einigen Karthagern, kulturenschwangeren griechischen Völkern, römischen Invasoren fruchtreicher Ernten, sowie weisen und toleranten Arabern, die ihre glücklicherweise heute noch überall in dieser Gegend bewahrten Weisheiten und Kenntnisse übermittelten, zusammenschmieden.

Zahlreich sind die archäologischen Funde, die die primitiven und noblen Ursprünge dieser Nachbarschaften nachweisen: römische Gehsteige und Mosaiken und andere Spuren von Brauchtümern aus mindestens zwei Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung...Weise Gelehrte allerdings zeigen auf und weisen nach, dass die bekannten primitiven Ureinwohner bereits ihre unlöschbaren Spuren im Bronzezeitalter hinterließen, so etwa eintausend Jahre vor Christi Geburt. Hier ganz in der Nähe ist der Eber von Carricastro ein hervorragender Beweis für dieses Zusammenleben: Dies waren Zeiten der Zwietracht, des Handelstausches und auch des Austausches von Ideen und elementaren Technologien und Handwerken: Keramik, Mühlen, geschmiedete Eisenwerkzeuge...

Parador Tordesillas das Hauptgebäude Man kennt und benutzt landläufig die Drehscheibe, ein effizientes Gerät zur wundersamen Verwandlung der Tonerde in Keramikgefäße: Eine Revolution –die Entdeckung und Anwendung des Rads- sollte zahlreiche Aspekte des täglichen Lebens von Grund auf verändern: Verfügbarkeit und Zuleitung des Wassers zu den Behausungen: zu Hygienezwecken; zum Kochen und zur Versorgung der Pflanzungen...

Nach den nebelhaften, aber sicher nicht verachtenswerten, Zeiten der Westgoten, sieht sich diese Stadt kurzen, aber immer wiederkehrenden, mittelalterlichen Auseinandersetzungen ausgesetzt, oder besser gesagt, profitiert von diesen, mit häufigen, gerechten oder ungerechten, aber unausweichlichen Eroberungen und den anschließenden Rückeroberungen dieser vielen Grenzen an den begehrten Ufern des Dueros...: Wenn auch nie vollständig, so tritt doch diese Stadt zu Beginn des 10. Jahrhunderts zum christlichen Glauben über. Oder, um genauer zu sein, wird sie zwangsweise und zweckdienlich verchristlicht.

Mehr noch als natürlich, war dies unvermeidbar: Tordesillas war, ist und wird auch stets ein strategischer Scheidepunkt sein, der für die militärische, verwaltungsmäßige, und wie könnte es anders sein, auch wirtschaftliche Kontrolle dieser Gebiete, unerlässlich ist.

Sehr treffend hat dies schon der maurische König Abderramán III vorausgesehen: Nachdem er einen beharrlichen Sitz in Zamora einrichtete, “verbrachte er den Frühling am Duero zwischen Toro und Tordesillas...”

Nach weiteren Zwischenherrschaften einiger Oasen des Friedens, der Kriege, der Machenschaften, der Einigungen und Waffenruhen, der unsicheren Einhaltungen und gemischten Wechselfälle, würden all diese Tordesillas letztlich endgültig mit dem weisen König Alfons X., der die Stadt mit dem Privileg der eigenen Gerichtsbarkeit ausstattete, zum christlichen Glauben konvertieren.


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Parador de Tordesillas ****
  Landkarte