Jaen ist eine der acht Provinzen Andalusiens und liegt im Norden der autonomen
Region. Seine Grenzen werden durch die kastilische Hochebene und den Betischen
Kordilleren (Gebirgszug) im Süden gebildet. Im Zentrum der Provinz breitet sich
die Tiefebene des Guadalquivir aus, das bedeutendste Flussgebiet der Region.

Als Grenze zum Süden und wichtiger Verkehrsverbindung zwischen der kastilischen
Meseta und Andalusien, vereint die Provinz Jaen in seiner vielfältigen Geografie
die Schönheit der natürlichen Landschaften. Eindrucksvolle Bauwerke in den
Dörfern und Städten halten die Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit wach.
Ein weites, friedliches Land mit Olivenhainen soweit das Auge reicht. Zwischen
den Bäumen und der üppigen Vegetation seiner Naturparks finden Sie
eindrucksvolle Beispiele der iberischen Kunst, Kirchen, Kathedralen, Paläste und
Burgen aus Gotik, der Renaissance und dem Barock.
In der Provinz Jaen haben Sie die Möglichkeit in drei unterschiedlichen
Paradores zu wohnen.
In dem
Parador de Cazorla wohnen Sie mitten im Grünen. Das Gebäude steht im
Naturpark von Cazorla, in der als Sacejo bekannten Gegend. Der Ausblick auf die
Gebirgslandschaft mit seinen Pinienwäldern wird Sie begeistern.
Der Parador
de Ubeda befindet sich in einem ehemaligen Palast aus dem 16. Jh. Nachdem
Sie die Eingangstür geöffnet haben, treten Sie in einen wunderschönen Innenhof
mit einer doppelten Galerie, deren oberer Teil verglast ist. Die Zimmer sind
sehr geräumig und komfortabel. Von der Suite aus haben Sie einen Panoramablick
auf die Cerro de Santa Catalina.
Der Parador de
Jaen befindet sich auf dem Hügel des Cerro de Santa Catalina und verleiht
ihm dadurch den Charakter einer Verteidigungsfestung. Das Gebäude ist eine sehr
beeindruckende Erscheinung.
Das Land, das heute die Provinz Jaén bildet, spielte schon seit dem Altertum
eine herausragende Rolle. Es finden sich bedeutende Überreste der hier
angesiedelten Phönizier, Griechen und Karthager.
Rom, das bedeutende Städte im gesamten Territorium gegründet hatte, brauchte
mehr als ein Jahrhundert um die Romanisierung durchzuführen. Die Schlacht von
Las Navas de Tolosa im Jahre 1212 beendete die 500-jährige maurische Herrschaft.
Das Königreich von Jaen wurde durch seine Lage an der Grenze zum Königreich
Granada, dem Rückzugsgebiet der Mauren in Al-Andalus, zu einer strategisch
wichtigen Enklave. Ab dem 17. Jahrhundert erlebte die Provinz eine Zeit des
Niedergangs.
1808, mitten im Unabhängigkeitskrieg, bekam die Gegend ihre geschichtliche
Hauptrolle zurück, als es die Truppen Napoleons in der Schlacht von Bailen
besiegte. Nach dem Bürgerkrieg gab es eine tiefe Depression und ein
Auswanderungsprozess war unvermeidlich.
In den sechziger Jahren bewirkten der industrielle Aufschwung von Linares und La
Carolina sowie die unternehmerischen Initiativen von Andújar und Bailén einen
bemerkenswerten Impuls für die Wirtschaft der Provinz. Ubeda und Baeza mit ihrem
kulturellen Fortschritt, der 1995 gegründeten Universität und dem Aufschwung der
Olivenölherstellung boten gute Aussichten für eine touristische Entwicklung.
Als Grenzprovinz ermöglichte Jaen die Entwicklung eines bedeutenden
handwerklichen Gewerbes, eine Tradition, die man heute versucht, wieder aufleben
zu lassen.
Früher war Jaen die Heimat des Töpferhandwerks. Heutzutage findet man bei den
Keramikarbeiten von Andújar traditionelle Stücke in weißen und blauen Farbtönen.
Berühmt sind die Wasserkrüge und die Zierartikel aus hellem Ocker, die in Ubeda
hergestellt werden, sowie die Wasserkrüge, Honig oder Marmeladentöpfe und
Tonschüsseln aus Bailen.
Die Metallverarbeitenden Berufe fertigen interessante Schmiedearbeiten. Sie
kommen aus den Dörfern Alcalá la Real, Belmez de Moraleda, Martons, Megibar,
Torredonjimeno und Ubeda, das auch berühmt für seine kunstvollen Lampen aus
Blech und Glas ist.
Den traditionellen Arbeiten aus Espartogras (wird für die Herstellung von Seilen
und Papier verwendet) schließen sich die Erzeugnisse aus Korb und anderen
Naturmaterialien in Los Villares an. Außerdem sind die Herstellung von Gitarren
in Marmolejo und die Berufe in der Lederverarbeitung in Andújar und Porcuna zu
erwähnen.
Das Olivenöl, reichlich und köstlich in der ganzen Provinz vorhanden, gibt der
hiesigen traditionellen Küche Würze und Charakter.
Salate wie der beliebte „pipirrana“ (klein gehacktes Gemüse angemacht mit
Olivenöl) oder der „ajílimojili“ (Olivenöl, Essig, gekochte Kartoffeln, rote
Paprikaschoten) stellen auch den verwöhntesten Gaumen zufrieden.
Der Stockfisch mit Kartoffeln oder „andrajos“ ( klein geschnittene
Mehlpfannkuchen in Sauce oder Ragout), das Fleisch von Nieder- oder Hochwild und
das Lamm nach Art der Sierra de Segura bilden Teile der hiesigen Gastronomie.
Sie können diese Köstlichkeiten in allen Dörfern und Ortschaften der Provinz
Jaen genießen.
Das Olivenöl findet man auch in Süßspeisen oder Bäckereiprodukten, z. B. in den
„tortas de matalahúva“, „ochíos“ und im typischen Weihnachtsgebäck.
Das Klima der Provinz wird zum Teil von den atlantischen Winden gemildert, die
durch die betische Tiefebene hereinwehen; es weist die Merkmale eines
kontinentalen Klimas auf. Die Sommer sind sehr heiß und die Winter mit
Temperaturen zwischen 4° und 6° kalt, obwohl sie in den flachen Gebieten etwas
weniger hart sind.
Die Geländestruktur der Provinz, in der sich flachen, sanft geschwungene Ebenen,
mit hügeligen Regionen und steilen, schroffen Gebirgszonen abwechseln, bietet
eine Landschaft von beeindruckender natürlicher Schönheit.
In den Gebirgsregionen mit ihrer reichen und vielfältigen Fauna zeigt sich die
mediterrane Vegetation in ihrer ganzen Pracht.
Die Provinz Jaén verfügt über die größten Naturschutzgebiete Spaniens. In seinem
Inland existieren vier Naturparks:
„Cazorla“, Segura und Las Villas, „Sierra Mágina“, „Sierra de Andújar und
Despenaperros“.
Die drei Naturlandschaften sind: nördlicher Guadalquivir, Laguna Grande und La
Cimbarra.
Die zwei Naturreservate sind; Laguna Honda und Laguna del Chinche.