Von der Küste aus führt uns die gut ausgebaute Straße durch urwüchsige Landschaft und eine beeindruckende Bergwelt. Nach einer kurzen Pause fahren wir weiter in Richtung Granada.
Die Berge werden langsam größer, je weiter wir uns von der Küste entfernen. Nun sehen wir schon die Sierra Nevada, die eine grandiose Kulisse für die ehemalige maurische Residenz Granada bildet.
Granada, die Hauptstadt Ost-Andalusiens ist zu einem Ort von großer kultureller Bedeutung geworden. Als maurische und christliche, barocke und römische Stadt hat Granada von jeher Reisende aus aller Welt fasziniert.
Die Stadt wurde am Fuße der eindrucksvollen Sierra Nevada erbaut. Ihr Reichtum an Kunstwerken, der durch die Alhambra symbolisiert wird, ist das faszinierende Beispiel für
die Geschichte des moslemischen Spaniens.
In Granada, der ehemaligen maurischen Residenz besichtigen Sie die weltberühmte Alhambra und den Generalife mit Ihren feudalen Palästen und den wunderschönen Gärten. Die Alhambra stellt das größte und monumentale Meisterwerk maurischer Kunst in Europa dar.
Während Ihrer Freizeit haben Sie die Gelegenheit die Kathedrale, den ehemaligen Seidenmarkt oder das arabische Viertel Albayzin, den ältesten Stadtteil Granadas, zu entdecken.
Granada wird als Stadt der Kontraste und Symbiose der Kulturen bezeichnet. Sie
liegt wunderschön eingebettet inmitten von tiefen Tälern und ist durch die A-92
mit dem Westen und Osten Andalusiens verbunden.
Diese strategisch günstige Lage war auch der Grund, warum sich so viele Völker
im Laufe der Zeit hier angesiedelt haben. Iberer, Römer und Westgoten waren die
Vorgänger derjenigen Kultur, die sich dann über Jahrhunderte in Granada gehalten
hat: der Islam.
Den Muselmanen ist ein Großteil der herrlichen Bauwerke zu verdanken. Daneben
haben die arabischen Völker auch für ein interessantes Stadtbild gesorgt, enge
Gassen, wunderschöne Gärten und überall erfrischen Springbrunnen die sommerliche
Luft.
Aber es gibt auch das christliche Granada der Renaissance zu entdecken, das die
katholischen Könige zu ihrer letzten Festung erkoren haben. Illustre Dichter und
Künstler haben sich an dem Zauber des Sacromonte, den weitläufigen Palastanlagen
der Alhambra und den typischen zurückgezogenen Landhäusern „Carmens“ inspiriert.
Vermutlich war es auch die Erinnerung daran, die dem letzten maurischen König
Granadas, dem berühmten Boabdil, die Tränen in die Augen trieb, als er seine
geliebte Stadt verlassen musste.
Granada ist eine einmalig schöne Stadt. Sie liegt 700 m über dem Meeresspiegel,
am Fuße der Sierra Nevada und ist die Hauptstadt der Provinz Granada.
An der Stelle des heutigen Granada erbauten die Römer die Stadt Iliberis, wo im
4. Jahrhundert, zwischen 300 und 303 n. Chr., das erste christliche Konzil auf
der iberischen Halbinsel abgehalten wurde. Iliberis kam dann unter die
Herrschaft der Westgoten. Die ersten Chronisten bewunderten die Ähnlichkeit
zwischen den Landschaften von Granada und Damaskus. Die neue, arabische Stadt
gewährte einer jüdischen Gemeinde Schutz, während die arabische Heere in
Richtung Norden vorstießen.
Nach der Schlacht von Las Navas de Tolosa im Jahre 1212 übergab König Al–Hamar
von Arjona kampflos die Burg von Jaen und unterwarf sich König Fernando III.
unter der Bedingung dass ihm dieser erlaubten sollte, in Granada ein neues Reich
zu gründen. Das ist der Beginn der Geschichte des Granadas der Nazarí–Dynastie.
Al–Hamar wählte den Hügel Sabika als Standort seiner neuen Alcazaba, der er den
Namen Alhambra geben sollte. Dort herrschte die Nazari-Dynastie mehr als
zweihundert Jahre lang. Die Ankunft der katholischen Könige in der letzten
arabischen Bastion auf der iberischen Halbinsel bedeutete eine radikale
urbanistische Veränderung für die Stadt.
Die Moscheen wurden, durch von Mudejar-Kunsthandwerkern ausgeführte Umbauten, zu
christlichen Kirchen. Die Kathedrale neben der Capilla Real ist vor allem in den
vom genialen Renaissancearchitekten Diego de Siloe entworfenen Teilen ein
Hochgesang der Grandiosität.
Im Laufe des 16. und 17. Jh. entstehen immer mehr Paläste, Klöster und Konvente.
Der Albaycin behält jedoch seinen maurischen Charakter und ab dem 18. und das
gesamte 19. Jh. hindurch wird Granada zu einem Mekka für Romantiker.
Die Stadt bietet über dreitausend Sonnenstunden pro Jahr und eine
Durchschnittstemperatur von 22 C°. Die Winter sind hart und kalt die Sommer heiß
und Herbst und Frühjahr sind angenehm bei gemäßigten Temperaturen.
Auf dem Hügel Sabika, hoch über der Stadt thronend, erhebt sich die
Palaststadt Alhambra, Emblem der andalusischen Kultur. Mit der Sierra Nevada
als Kulisse bildet sie einen unvergleichbaren Rahmen, in Tausenden von
Bildern verewigt. Ihre Plätze, Mauern, Türme, Gärten, Bäder und ihre reich
mit Stuck und glasierten Kacheln, den azulejos, geschmückten Säle sind ein
Ausdruck der Blütezeit der islamischen Kunst im Al-Andalus.
Die Alhambra ist ein herrliches Gebäude mit meterdicken Mauern, das von der
Kunst der letzten muselmanischen Zeit Spaniens zeugt. Die Anlage ist in vier
unterschiedliche Bereiche aufgeteilt: die Arabische Paläste wie der von
Comares und dem Patio de los Arrayanes und dem Enbajadores-Saal oder der
Leones-Palast mit dem gleichnamigen, in der ganzen Welt berühmten Patio,
Säule wie der Dos Hermanas und De los Reyes mit herrlichen Stuckarbeiten und
motzarabischen Verzierungen; der Waffenhof oder die Alcazaba; die Stadt oder
Medina und natürlich auch die Gärten der Generalife.
In der Alhambra gibt es noch unzählige Springbrunnen und sogar die Reste
wunderschöner arabischer Bäder können Sie bewundern. Eine Vision, die sicher
auch den christlichen Kaiser Karl V. begeistert hat, der hier seinen
Renaissance-Palast errichten ließ, in dem heute das Alhambra-Museum und das
Museum der schönen Künste untergebracht sind.
Mitten in der Alhambra befindet sich der Parador von Granada (Paradores sind
exklusive Hotels meist in Burgen, Schlössern und Palästen).
Im Generalife, ehemalige Lustgärten der granadischen Monarchen, spürt man
noch heute das romantische Flair des Al-Andalus. An seinen Quellen und
Gärten haben sich schon Künstler jeder Art inspiriert. Die UNESCO hat die
gesamte Anlage und den Generalife zum Weltkulturerbe ernannt.
Direkt neben dem Bib-Rambla-Platz erhebt sich die Kathedrale mit ihre Kuppel
aus der Renaissance, die von Diego de Siloe im 16. Jh. erbaut wurde.
Besonders eindrucksvoll an ihrer Außenfassade ist die prunkvolle Puerta del Perdón.
Gleich neben der Kathedrale befindet sich die Kapelle Capilla Real (die
königliche Kapelle), deren nördliche Fassade nachträglich in die Kathedrale
integriert wurde. Beide Bauten stammen aus dem16. Jh. Sehenswert sind die
Grabmäler von Johanna der Wahnsinnigen und Philipp dem Schönen, beide aus Carrara-Marmor.
Der Stadtteil El Albaycin ist zum Weltkulturerbe erklärt worden und ist
sicher das Viertel, das Granada und sein andalusisches Erbe am besten
repräsentiert. Traditionelle carmenes oder Häuser mit großen Gärten,
Sammelbrunnen, enge Gassen und maurische Wohnungen offenbaren uns das tiefe
Erbgut der al-andalusischen Kultur. Noch heute sind sowohl Teile der alten
Mauren, die die islamische Stadt umgaben, als auch Stadttore, wie die
Puertas de Monayta y de Elvira aus dem 9. Jh. erhalten.
Besuchen Sie auch das Viertel Sacromonte. Es ist im 18. Jh. entstanden und
überrascht seine Besucher durch seine blütenweisen Höhlenfassaden und
Schornsteine, eine eigenartige Wohnlandschaft von unvergleichbarer Schönheit.
Weitere empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten sind das Kartäuserkloster la
Cartuja, Juwel des Barocks,- die Kirche Iglesia de San Juan de Dios,
ebenfalls im Barockstil erbaut,- die Kirche Iglesia de los Santos Justo y
Pastor, mit den ältesten dorischen Säulen Spaniens,- das Kloster Monasterio
de San Jeronimo im Renaissancestil erbaut,- die Iglesia de San Jose, eine
der ältesten Kirchen Granadas, dessen Turm das alminar der ehemaligen
Moschee der Morabiten war (im 10. Jh.) und die alte Universität, zu Zeiten Karl des V. errichtet.

Am 2. Januar wird der Tag der Eroberung begangen. Dieses historische Fest
erinnert an den Tag der Besitznahme der Alhambra durch die katholischen Könige
nach den Kapitulationen, die am 25. November 1491 im nahen Santa Fe
unterzeichnet worden waren. Im Morgengrauen des 2. Januars 1492 übergab der
Nazari-König Boabdil die Schlüssel der Alhambra und der Stadt.
Die Karwoche Semana Santa erfüllt Granada mit Leidenschaft in den Wochen, die
den Frühling ankündigen. Dieses religiöse Fest wird in Granada seit der
christlichen Eroberung gefeiert.
Ungefähr 30 Bruderschaften ziehen von Altar zu Altar zwischen Palmsonntag und
Ostersonntag. An manchen Tagen ziehen beinahe ein halbes Dutzend Prozessionen
durch die historischen Straßen der Stadt. Granada entspricht dem typischen
Modell der andalusischen Osterwoche mit der Besonderheit seiner Prozessionswege,
die vor allem auf dem Albaycin durch wunderschöne, enge Gassen vor dem
Hintergrund einer erleuchteten Alhambra führen.
Auch im Frühling, am 3. Mai, lebt die alte Tradition der Maikreuze, die auf das
Jahr 1625 zurückgeht, als ein Alabasterkreuz im Viertel von San Lazaro begleitet
von Tänzern aufgestellt wurde, wieder auf. Heute wird das Fest in der ganzen
Stadt gefeiert. In den Vierteln Albaycin und El Realejo jedoch erreicht es
seinen bemerkenswertesten und malerischen Ausdruck.
Im Juni begeht Granada das Fronleichnamsfest Corpus Christi. Das bedeutendste
Fest der Stadt beginnt am Mittwoch mit der Prozession der Tarasca, der
aktuellste Mode tragenden Schneiderpuppe auf einem Drachen, als Allegorie der
hl. Jungfrau beim Zertreten der Schlange, die von Riesenpappköpfen begleitet
wird. Am Donnerstag findet die Prozession der Monstranz mit dem Allerheiligsten
statt.
Feld, Garten, fruchtbare Ebene und das Meer sind Elemente der Inspiration
für die vielseitige Gastronomie Granadas, die zudem vom Erbe der
Nazarí-Epoche beeinflusst ist. Viele alltägliche Gerichte in den Vierteln
Albaycin und Sacromonte berufen sich besonders auf die Kultur.
Die Knoblauchsuppen oder die Eintöpfe von San Anton mit Trockenbohnen, Speck
und Gebirgsblutwurst genießen einen wohlverdienten Ruf. Die Tortillas von
Sacromonte mit Gemüse und Chorizo-Paprikawurst sind eine der größten
Spezialitäten der Küche Granadas.
Gazpacho, Schnecken der Saison oder kleine Bohnen mit Schinken werden
täglich in den Restaurants der Stadt angeboten. Der Salat nach Art von
Granada mit Kabeljau und Orangen, die Kartoffeln „a lo pobre“ mit Spiegelei
und Migas gemischt mit Produkten vom Schwein sind ebenfalls zu erwähnen.
Die leckere Frucht des Granatapfels, dessen Bäume überall in den
Gartenanlagen zu finden sind, ist eine weitere Köstlichkeit der Provinz.
Zudem füllen Quitten, Kaktusfeigen und Zürgelbaumfrüchte die Märkte der Stadt.
Das Kunsthandwerk Granadas ist tief in der nazarenischen Kultur verwurzelt.
Besonders hervorzuheben sollte man dabei die delikaten Einlegearbeiten
taracea, Keramik im Stil des Fajalauza oder Töpfereien. Die ansässigen
Künstler stellen meisterhaft herrliche Lederarbeiten, Glaskunst,
Eisenhandwerk und Messingarbeiten her. Die Silberschmieden der Stadt sind
für ihre hochwertigen Arbeiten bekannt. Das gilt auch landesweit für die
„Luthiers“, die Hersteller der granadischen Gitarren.